Künstliche Intelligenz hilft beim Sortieren
Grün, weiß, braun – was hier im Kleinen schon wunderbar funktioniert, könnte in Zukunft den Alltag am Altglascontainer praktischer machen: der Glassortierer von Jonas.
Jonas Spieler, Landessieger Jugend forscht
„Ich hatte letztens was gehört, dass bei einer Tonne Weißrecyclingglas, können zwei Grün- oder Braunglasflaschen tatsächlich schon ein Problem beim Recycling am Ende machen. Und dann habe ich mir gedacht, da muss es doch eine bessere Lösung geben, als wirklich einfach die ganze Zeit darauf zu hoffen, dass jeder weiß, was er da rein schmeißen soll.“
Gesagt, getan. Vier Monate tüftelt Jonas an seinem Prototyp. Erst versucht er es mit Bausteinen, dann mit kleinen Flaschen. Das Prinzip ist immer gleich: auf ein Fließband werden die Flaschen gelegt. Im Inneren des Kastens ist eine kleine Kamera verbaut.
Jonas Spieler, Landessieger Jugend forscht
„Ich habe dann eben eine Bilderkennung und Farbverwaltung selbst entwickelt, die dann quasi sagt: Da könnte eine Flasche sein. Dann messe ich davon ein paar Punkte und messe es mit 900 anderen, bereits bekannten Farbwerten, um dann eben herauszufinden, welche Farbe ist es denn jetzt?“
Die Künstliche Intelligenz hat der 17-Jährige selbst entwickelt. Doch damit die richtig funktionieren kann, braucht sie ein wenig Unterstützung.
Jonas Spieler, Landessieger Jugend forscht
„Der Grund für diesen Kasten hier ist, dass ich will, dass darin immer die gleichen Lichtverhältnisse sind. Dass die Kamera auch immer die genau gleichen Farbwerte sieht. Also zumindest so ähnlich wie es geht.“
Das geht so gut, dass das System in den Schacht eines Glascontainers eingebaut werden kann und der die Flaschen direkt sortiert. Entwickelt hat Jonas das zu Hause in Ludwigshafen und in der Jugend forscht AG Neustadt. Hier können junge Menschen unabhängig von der Schule an ihren Projekten in den Bereichen Technik oder Informatik arbeiten. Vor fünf Jahren war Jonas zum ersten Mal hier.
Sergej Buragin, Gründer Jugend forscht AG Neustadt
„Diese Entwicklung einfach zu verfolgen und zu vergleichen. Das macht mich einfach ein bisschen stolz. In verschiedenen Bereichen, in Präsentationen, in technischem Fachwissen, in allem. Das ist das Schönste, was ein Betreuer erleben kann.“
Und etwas, worauf man stolz sein kann. Denn um sich für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren, musste Jonas sich erst im Regional- und dann im Landesentscheid durchsetzen.
Jonas Spieler, Landessieger Jugend forscht
„Ich bin auf jeden Fall erst einmal mega gespannt. Ich habe schon einiges vom Bundeswettbewerb gehört. Und man kann auch sagen, dass die fünf Jahre auch ein Hinarbeiten waren, da mal hinzukommen.“
Bis dahin werkelt Jonas noch an einem zweiten, etwas größeren Prototyp. Damit er die Jury Ende Mai in Hamburg auch so richtig von sich und seiner Software überzeugen kann.









