Hessen will Impfquote steigern
Ein kleiner Pieks, der schützen soll vor gefährlichen Krankheiten wie Masern, Tetanus oder Gebärmutterhalskrebs. Die Kosten rechnet der niedergelassene Arzt oder der Betriebsarzt direkt mit der Krankenkasse des Patienten ab. Bei Impfungen, die durch den öffentlichen Gesundheitsdienst, also etwa durch Gesundheitsämter durchgeführt werden, war das bisher anders.
Claudia Ackermann, Leiterin Verband der Ersatzkassen Hessen
„Das war jetzt wie so eine, sagen wir mal, kleine Lücke. Im öffentlichen Gesundheitsdienst hatten wir diese Vereinbarung bisher nicht. Es gab da verschiedene Anläufe, jetzt hat’s geklappt, und das begrüßen wir sehr, weil der öffentliche Gesundheitsdienst, die Gesundheitsämter natürlich noch ganz andere Zugänge auch zu den Menschen haben.“
Sie informieren an Schulen, bieten Impfsprechstunden an und führen Schuleingangsuntersuchungen durch. Wird dabei geimpft, mussten bisher die Patienten die Kosten vorstrecken und, je nach Krankenkasse, teils selbst tragen. Nach der heute unterzeichneten Vereinbarung soll sich das ab kommender Woche ändern.
Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen
„Im Prinzip geht’s jetzt darum, dass wir als Land Hessen mit den Krankenkassen und den Ersatzkassen eine Vereinbarung geschlossen haben, dass die Gesundheitsämter die Sachkosten erstattet bekommen, dafür, dass sie Impfungen durchführen.“
Dadurch wollen Land und Kassen das Angebot niedrigschwelliger gestalten und die Impfquote steigern. Vor allem Kinder, die aus anderen Ländern nach Hessen kommen und hier zur Schule gehen sollen, sollen von dem neuen Vorgehen profitieren.
Dr. Birte Moritz, Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf
„Die werden hier bei uns auch im Gesundheitsamt vorstellig. Und da sehen wir durchaus auch Impflücken, auch im Bereich der Masern. Und da hilft uns nun die neue Rahmenvereinbarung, dass, wenn wir eine Impflücke sehen, wir die dann auch direkt schließen können und direkt tätig werden können.“
… und die entstandenen Kosten direkt mit den Krankenkassen abrechnen können.
Claudia Ackermann, Leiterin Verband der Ersatzkassen Hessen
„Natürlich, wir übernehmen die Kosten für die Impfungen. Aber, Sie müssen überlegen, auf der anderen Seite: Warum gibt es Impfungen? Impfungen gibt es, um Krankheiten zu vermeiden, zu schützen, präventiv tätig zu werden. Und das ist unser Auftrag – genauso eben zu gucken, dass die Bevölkerung möglichst erst gar nicht krank wird.“
Was wiederum Kosten für teure Therapien und Heilungsprozesse mindert.
Ein kleiner Pieks mit großer Wirkung, für alle Beteiligten.









