Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Maßnahmen zur Fachkräftesicherung

Apr. 1, 2025

Der Fachkräftemangel ist eines der dominierenden Themen in der aktuellen politischen Diskussion. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen nach und nach in Rente und kaum einer weiß, wie der Bedarf an gut qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland gedeckt werden kann. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat deshalb angekündigt, heute in Mainz ein ganzes Bündel an Lösungen präsentieren. Gleich 27 Maßnahmen, hatte der Ministerpräsident mit dem „Fachkräftepaket“ im Gepäck.
Bei näherer Betrachtung aber, mussten sachkundige Betrachter feststellen: kaum eine der 27 Maßnahmen, die das „Fachkräftepaket“ enthält, sind wirklich neu. So hatte Ministerpräsident Alexander Schweitzer zum Beispiel das Programm „Jobcoach 24+“, dass Langzeitarbeitslosen den Weg zurück ins Berufsleben ebnen soll, bereits im April letzten Jahres vorgestellt. Der Ministerpräsident betont heute, man wolle einen Überblick über alle Maßnahmen der Landesregierung geben.

Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz:
„Wir haben aber auch Neues dabei. Das ist zum Beispiel der Fallmanager, der Menschen, die aus anderen Ländern kommen und hier auf ihrer Qualifikation im Berufsleben erfolgreich sein wollen, dabei begleitet, ihre Anerkennung schneller zu bekommen, als das es bisher der Fall ist.“

Die Bundesagentur für Arbeit ist dankbar für alle Maßnahmen, die mehr Fachkräfte nach Rheinland-Pfalz locken, denn obwohl es hierzulande noch einige Arbeitslose gibt, könnten diese den Bedarf nach Fachkräften nicht alleine decken.

Benjamin Wehbring, Regionaldirektion Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz / Saarland
„Wir haben eine Disbalance zwischen den gemeldeten Stellen und den arbeitslosen Menschen. Am Arbeitsmarkt in der Anforderung sind 80% Menschen mit Ausbildung oder höherer Bildung gesucht und bei den arbeitslosen Menschen sind es aktuell 55% komplett ohne Ausbildung.“

Umso wichtiger sei es, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, die vor allem in den Gesundheitsberufen oder der Gastronomie, aber auch in den Heizungs- und Energiefachberufen dringend gebraucht werden.
Marcus Klein von der rheinland-pfälzischen CDU-Fraktion zeigte sich heute enttäuscht vom vorgestellten Paket. Er hätte sich mehr neue Impulse von der Landesregierung gewünscht.

Marcus Klein (CDU), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz:
„Wir haben im Moment steigende Arbeitslosenzahlen in Rheinland-Pfalz,wir haben eine sinkende Nachfrage bei den Betrieben, haben aber Teilbereiche, die händeringend nach qualifizierten Fachkräften suchen. Das muss man übereinander bringen und die muss man zusammenbringen und nicht alte Maßnahmen, die man schon seit Jahren fährt, als neue verkaufen. Das ist einfach nicht redlich und der Sache auch nicht angemessen.“

Ob neu oder nicht, die Maßnahmen der Landesregierung sollten rasch fruchten. Arbeitsmarktexperten gehen nämlich davon aus, dass der demografische Wandel den Fachkräftemangel bis 2035 auf seinen Höchststand treiben wird.