Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ausbildungsreport des DGB Rheinland-Pfalz

März 18, 2025

Der Schulabschluss ist geschafft. Und wie geht’s jetzt weiter? Diese Frage stellen sich jedes Jahr rund 40.000 junge Menschen in Rheinland-Pfalz. Erst mal ein bisschen jobben? Ein freiwilliges soziales Jahr? Oder doch direkt in Studium oder Berufsausbildung? Mehr als die Hälfte entscheidet sich für eine Ausbildung. Und doch ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund bedenklich.
Ob im Handwerk, im Einzelhandel oder im sozialen Bereich – in vielen Berufsfeldern ist die Ausbildung der Start in die Karriere. Allerdings entscheiden sich immer weniger junge Menschen für diesen Weg und damit auch für Ausbildungsberufe. Im vergangenen Jahr wurden nur noch rund 23.000 Ausbildungsverträge geschlossen – so wenige, wie seit fast zwanzig Jahren nicht.

Susanne Wingertszahn, DGB-Bezirksvorsitzende Rheinland-Pfalz / Saarland
„Das liegt vor allem daran auch, dass es immer weniger Betriebe und Unternehmen gibt, die überhaupt ausbilden. Mittlerweile ist es nur noch jeder fünfte Betrieb, jedes fünfte Unternehmen. Das heißt, nur noch 20 Prozent bilden aus.“

Aber 100 Prozent der Betriebe bräuchten ausgebildete Fachkräfte. Deshalb gehe es jetzt darum, die Ausbildung attraktiv zu machen, sowohl für junge Menschen als auch für Unternehmen. Der DGB schlägt dafür einen Ausbildungsfonds vor.

Susanne Wingertszahn, DGB-Bezirksvorsitzende Rheinland-Pfalz / Saarland
„Das heißt, die Unternehmen zahlen in einen Fonds, die Unternehmen, die nicht ausbilden. Und die Unternehmen, die ausbilden; bekommen Geld aus diesem Fonds und können dieses Geld ausgeben und nutzen, um in gute Ausbildung zu investieren.“

Arbeitgebervertreter sehen die Einführung eines solchen Fonds kritisch. Dass Unternehmen nicht mehr ausbilden, habe mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den unsicheren Perspektiven zu tun. Ein Ausbildungsfonds führe nur zu einer zusätzlichen bürokratischen und finanziellen Belastung von Unternehmen.
Neben dem Status Quo auf dem Ausbildungsmarkt geht es heute auch um die Zufriedenheit der Auszubildenden, schwerpunktmäßig mit der Betreuung durch das Ausbildungspersonal im jeweiligen Betrieb. Ein Großteil der Befragten zeigt sich dahingehend zufrieden, allerdings gebe es auch Auszubildende, die sich nicht ausreichend betreut fühlten.

Susanne Wingertszahn, DGB-Bezirksvorsitzende Rheinland-Pfalz / Saarland
„Immer dann, wenn diese Feedbackkultur fehlt, dann sind Auszubildende unzufrieden. Und deshalb ist es wichtig, dass Ausbilder und Ausbilderinnen Zeit haben und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Weil, was nicht passieren darf,  ist, dass Ausbildung so was ist wie ‚Das machen wir noch on top‘ oder ‚Das machen wir so nebenbei‘.“

Ausbildern mehr Raum für die eigentliche Ausbildung einräumen und dadurch die Auszubildenden stärken – das sei das richtige Rezept, um aus jungen Menschen gut ausgebildete Fachkräfte zu machen.