Streit um Straßennamen in Landau
Der erste Bürgerentscheid in der Geschichte Landaus. Und darum geht es: drei Straßen und ihre Namensgeber – Paul von Hindenburg, der frühere Landeskirchenpräsident Hans Stempel und Völkerkundler Ludwig Kohl-Larsen. Man wirft ihnen ihr Wirken in der NS-Zeit vor. Reichspräsident Hindenburg ernannte Hitler zum Reichskanzler, Stempel war ein Vertreter der Nazi-Ideologie in Landau und Kohl-Larsen forschte zur arischen Rasse und war Mitglied der NSDAP. Brauchen die Straßen also neue Namen?
Da Menschen heute noch mit Rassismus konfrontiert sind, ist für Oberbürgermeister Dominik Geißler die Sache klar:
Dominik Geißler (CDU), Oberbürgermeister Landau
„Straßennamen sind eine Ehrung und eine Würdigung von Menschen für unser Gemeinwesen und diese drei Namen, um die es jetzt geht, sind genau das Gegenteil. Deswegen bin ich persönlich dafür, wie der Stadtrat, diese Namen umzubenennen.“
Auf der anderen Seite setzt sich die neu gegründete Bürgerinitiative gegen die Umbenennung und für eine Beibehaltung der Geschichte ein.
Karl-Heinz Schehl, „Bürgerinitiative Landau – Gegen Straßenumbenennung“
„Da ist für uns auch von der Bürgerinitiative klar, dass da Belastungen waren und sind, aber es soll nicht sillgeschwiegen werden, es soll einfach publik bleiben und auch für die zukünftige Generation wichtig, dass hier auch nochmal Transparenz geschaffen wird.“
Der überwiegende Teil der Menschen mit denen wir gesprochen haben, teilt diese Ansicht.
Laura Bayer
„Es ist eine Gewohnheitssache. Viele ältere Menschen, die kennen die Straßen so wie sie sind. Wenn die dann umbenannt werden, das könnte auch Ältere stark verwirren.“
Achim Kuhn
„Man könnte auch hergehen und könnte kleine Hinweisschilder drunter machen, über die Geschichte von dem Namen von der Person, würde meines Wissens, meines Erachtens langen. Weil die ganzen Personen, die in der Straße wohnen, müssen ja alles umändern.“
Auch die Bürgerinitiative sieht in Hinweisschildern und QR-Codes, die auf das Leben und Wirken der Namensgeber hinweisen, einen möglichen Kompromiss.
Ein weiteres Thema ist die Frage der Kosten. Die Ausgaben zur Informationskampagne zur Umbenennung in Form von Bannern und Flyern belaufen sich momentan auf 2.600 Euro. Doch dabei bleibt es nicht. Die Kosten von möglichen Ummeldungen der Adresse wolle die Stadt auch übernehmen. Von circa 4.000 Euro ist die Rede.
Die Bürger können am Sonntag beim ersten Landauer Bürgerentscheid ihre Stimme abgeben und damit selbst entscheiden, wie mit der problematischen Vergangenheit umgegangen werden soll.









