Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Vorbereitung für Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Feb. 11, 2025

Es ist zwar erst Februar, aber wir blicken heute schon mal auf das kommende Jahr – und das aus gutem Grund – denn ab 2026 haben Eltern bundesweit einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Kinder im Grundschulalter. In Frankfurt sieht man sich gut auf die Neuregelung vorbereitet – die Gewerkschaften hingegen sehen noch große Lücken.
Was ab dem Schuljahr 2026 zunächst nur für die erste Klasse gilt, greift bis 2029 schrittweise dann auch für die Klassen 2 bis 4 – der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung, der bereits 2021 von der Bundesregierung beschlossen wurde.
Die Stadt Frankfurt sieht sich gut vorbereitet.

Sylvia Weber (SPD), Bildungsdezernentin Frankfurt
„Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir können sagen, dass wir zu Beginn des Rechtsanspruchs in 2026 100 Prozent der Erstklässler betreuen können in Frankfurt. Und ungefähr 70 Prozent der anderen Jahrgänge.“

Das Ziel der Ganztagsbetreuung, die acht Stunden an fünf Tagen in der Woche – inklusive Unterrichtszeit – garantieren soll: den Schülern auch nach Unterrichtsschluss qualitativ hochwertige Bildungsangebote bieten und zugleich Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Dass die Stadt diesen Ansprüchen gerecht wird, daran hat die Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft allerdings große Zweifel.

Thilo Hartmann, GEW Hessen
„Aus Sicht der Beschäftigten, aber auch als betroffener Vater kann ich sagen, dass hier ein sehr positives Bild gezeichnet wird, was mit der Realität nur bedingt übereinstimmt. Wir sehen bereits jetzt, dass aus Personalknappheit bei Krankheitsfällen die Betreuungszeiten sehr stark eingeschränkt werden. Wir sehen noch einen großen Bedarf im Ausbau. Sowohl was das Personal angeht, aber eben auch was die Plätze angeht. Der ist in Frankfurt unglaublich knapp.“

Die Sicht der Bildungsdezernentin: deutlich optimistischer. Die Folgen des Fachkräftemangels könnten durch gemeinsame Anstrengungen abgefedert werden.

Sylvia Weber (SPD), Bildungsdezernentin Frankfurt
„Es gibt wenig Lehrer, es gibt auch wenig Fachkräfte. Aber auch da ist es so, dass wir natürlich, wenn wir im Quartier zusammenarbeiten, mit Musikschulen, mit Vereinen, mit Sport- und Kulturinstitutionen und Einrichtungen, dass man Synergieeffekte hat und sich das aufteilen kann.“

In Frankfurt erfüllten bereits 32 Grundschulen und vier Förderschulen die Voraussetzungen für eine Ganztagsbetreuung – im kommenden Schuljahr kämen noch zwölf weitere Grundschulen hinzu.