First Class: Rheinland-Pfalz startet Programm für Bildungsgerechtigkeit
Heute stehen für diese Erstklässler die Monate und Jahreszeiten auf dem Programm. Spielerisch lernen sie, wo es derzeit noch hakt. Dafür werden sie aus dem regulären Unterricht genommen und in einer kleinen Gruppe gezielt gefördert.
Dominique Göbel, Schulleiterin Goethe Grundschule Mainz
„Zum einen sind es feinmotorische Übungen. Das heißt, die Kinder können schwingen, nachfahren, schneiden, irgendwelche Sachen legen. Genau so wird auch am Spracherwerb gearbeitet. Es gibt viele Sprechanlässe. Die Kinder kommen ins Erzählen, tauschen sich aus oder singen miteinander. Aber genauso schauen wir auch, wo sind sonst noch Bedarfe. Im mathematischen Bereich oder im Verhalten.“
Knapp zwanzig Erstklässler der Goethe Grundschule in Mainz bekommen eine solche Förderung. Sie sind Teil des Programms „First Class“ der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Das soll vor allem eines schaffen: Den Übergang von der Kita in die Grundschule erleichtern. Dafür sollen alle Erstklässler möglichst gleich viel können und wissen. Doch oft sind die Grundvoraussetzungen völlig unterschiedlich.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz
„Das hat schon was auch mit der Zusammensetzung der Klassen zu tun. Das hat natürlich auch was mit Migration zu tun, aber nicht nur. Wir sehen auch, dass Kinder, die aus klassisch deutschen Haushalten kommen, auch nicht mehr immer alle Fertigkeiten haben. Und wir sehen natürlich auch, dass trotzdem die Begabungen und die Möglichkeiten der Kinder gleichermaßen da sind.“
Dafür wendet das Land knapp 1,5 Millionen Euro auf. Das wird unter anderem für zusätzliche Lehrer verwendet. Derzeit sind 30 Grundschulen beteiligt, bald soll auf 60 aufgestockt werden.
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz
„Wir suchen die Schulen nach Sozialkriterien aus. Das sind Schulen in herausfordernder Lage, die Kinder haben, die aus besonders schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen kommen, die einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund haben.“
Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat das Programm eigentlich ein gutes Konzept.
Kathrin Gröning, Vorsitzende Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz
„Nichtsdestotrotz sagen wir: Aktuell 30 Schulen, in Zukunft mehr Schulen, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Weil wir sehen, dass die Bedarfe tatsächlich noch deutlich darüber hinausgehen und wir ja eigentlich allen Kindern beste Bildungschancen geben sollten.“
Nach den Jahreszeiten üben die Erstklässler heute noch wie man mit einer Zange richtig greift. Da haben sie sich das Wochenende aber mehr als verdient.









