Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Waldzustandsbericht vorgestellt

Jan. 13, 2025

Vergangene Woche meldet der Klimawandeldienst Copernicus, dass 2024 das wärmste Jahr seit 1850 war. Die Temperatur lag durchschnittlich 1,6 Grad über dem vor-industriellen Niveau. Das merken nicht nur wir Menschen, sondern auch die Wälder. Wie sich diese Entwicklung auf eines der waldreichsten Bundesländer, nämlich auf Rheinland-Pfalz auswirkt, hat Umweltministerin Katrin Eder heute in Mainz vorgestellt.
Der Wald im Winter. Teilweise kahl und im Ruhemodus, um Kraft für das neue Jahr zu tanken. Die benötigt er auch, denn Stürme, Dürren und Starkregen machen ihm zu schaffen. So sind 2024 insgesamt 87,5% der Bäume in Rheinland-Pfalz geschädigt. Erneut mehr als im Jahr zuvor. Und das, obwohl es vergangenes Jahr wieder mehr geregnet hat.

Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Umweltministerin Rheinland-Pfalz
„Wir hatten in den letzten sieben Jahren nur zwei Jahre, wo es viel geregnet hat und kontinuierlich und zum richtigen Zeitpunkt geregnet hat. Das waren 2021 und 24. Deswegen haben wir den Eindruck, letztes Jahr war es so nass, dann muss es doch dem Wald besser gehen. Aber wir müssen einfach sagen, dass es in den letzten Jahren insgesamt zu warm war, zu trocken war, und das eine Jahr hat eben nicht das wieder ausgeglichen, was in den letzten Jahren zu wenig an Wasser da war.“

Um die Daten zu erheben, waren Förster vergangenen Sommer im ganzen Land unterwegs. 3.600 ausgewählte Bäume dienen als Grundlage für den Waldzustandsbericht. Im Soonwald haben wir im Juli ein Team begleitet. Andreas Weber und Michael Laux untersuchen eine Fichte.

Michael Laux, Forstwirtschaftsmeister
„Im Normalfall wäre der Ast komplett mit Nadeln bedeckt und hier sieht man eindeutig, dass so eine Art Zahnlücken in dem Wuchs drinnen sind. Also er hat halt nicht mehr so viel Power.“

Die fehlenden Nadeln gelten als Indiz für den Zustand des Baums. Aber auch Harz an der Rinde zeigt an, dass es ihm schlecht geht.

Michael Laux, Forstwirtschaftsmeister
„Der Borkenkäfer versucht in den Baum einzutreten und der Baum wehrt sich mit dem Harz und versucht diesen Borkenkäfer zu ertränken und durch dieses Eintrittsloch kommt dann ein bisschen Harz raus und das sieht dann aus, als würde er weinen.“

Doch nicht nur der Borkenkäfer macht den Bäumen zu schaffen, sondern auch der Eichenprachtkäfer. Eichen gelten eigentlich als sehr widerstandsfähige Bäume. Doch auch sie stehen aktuell und enormem Druck.

Friedrich Engels, Landesforsten Rheinland-Pfalz
„Wir hatten im vergangenen Jahr die Frühjahrtrockenheit. Das war dann eine schlechte Ausgangssituation für die Eiche. Sie konnte also nur verhalten austreiben. Dann kam im April ein Spätfrostereignis, was diesen Austrieb bei einigen Eichen geschädigt hat. Das heißt, es musste dann ein Regenerationstrieb gebildet werden. Und dann kommt der Mehltaubefall hinzu. Der diese Regenerationstriebe sehr stark befällt. Nochmal zu einem zusätzlichen Schaden füllt.“

Langfristig könnten sich die Eichen aber regenerieren. Schlechter sieht es tief im Boden aus. Durch den wenigen Regen bildet sich immer weniger neues Grundwasser. Dadurch steigen die Trinkwasserpreise.
Für den Wald und seinen Boden steht es schlecht. Und eine Trendumkehr ist durch den fortschreitenden Klimawandel nicht in Sicht.