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Neue Taser für die rheinland-pfälzische Polizei

Dez. 12, 2024

Rheinland-Pfalz war das erste Bundesland, das vor gut sechs Jahren die Polizei mit Tasern ausgestattet hat. Taser sind Elektroschockpistolen. Heute hat der Innenminister seine Beamten mit neuen Geräten ausgestattet und die sind auch direkt zum Einsatz gekommen.
Ein Mann schlägt auf eine wehrlose Person ein. Die Polizei trifft ein. Der Mann reagiert nicht auf die Beamten und schlägt weiter zu.

Christian Steitz, Einsatztrainer Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz
„Das ist so ein typisches Einsatzszenario für den Taser. Ich könnte zwar auch Pfefferspray einsetzen, aber auf die Distanz wirkt er viel besser, der Taser. Er beeindruckt einfach viel mehr, auch durch diese ARC-Taste, durch diesen Lichtbogen und durch diese Knattergeräusche, die Sie gehört haben, und das ist auch schon oftmals der Grund weshalb das deeskalierend wirkt.“

Drückt der Polizist aber wirklich den Auslöser, passiert Folgendes: Aus dem Gerät schießen zwei mit Drähten verbundene Pfeile zwei bis sieben Meter weit in Richtung des Angreifers. Die Drähte dringen in die Haut ein. Der Taser gibt dann Stromimpulse ab, die sich auf Muskeln und Nerven auswirken. Der Angreifer geht bewegungsunfähig zu Boden. Das verschafft den Beamten wertvolle Sekunden, um den Angreifer zu überwältigen.
2.380 Mal sind die Geräte in Rheinland-Pfalz in den vergangenen sechs Jahren zum Einsatz gekommen. In mehr als der Hälfte dieser Fälle hat eine Androhung gereicht, sodass der Schock nicht ausgelöst werden musste. Durch die neuen Geräte sei der Abschreckungseffekt noch größer.

Christian Steitz, Einsatztrainer Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz
„Die Androhung selbst ist durch die ARC-Taste lauter und auch schneller durch die Erhöhung der Impulsrate, das heißt, die Wahrnehmung nach außen ist schon viel besser. Im Praktischen ist die Visierung besser ausgestaltet, das heißt, wenn ich über die Visierung mein Gegenüber anvisiere, kann ich das besser aufnehmen.“

Zudem ließen sie sich leichter bedienen und seien insgesamt wirksamer. Verbesserungen, die sich das Land rund 1,8 Millionen Euro kosten lässt.
Unumstritten ist der Einsatz von Tasern aber nicht. So sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre drei Menschen gestorben, kurze Zeit nachdem sie von der Polizei Elektroschocks versetzt bekommen hatten. Der Innenminister aber sieht keinen Zusammenhang zwischen den Taser-Einsätzen und den Todesfällen.

Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Eine Kausalität zwischen einem Taser-Einsatz und der Tötung eines Menschen ist bisher nicht belegt. Und auch das ist für uns natürlich Grundlage zu sagen, der Taser hat sich bewährt.“

Grundsätzlich gebe es eine sehr geringe Verletzungsgefahr durch Taser, der Nutzen überwiege bei Weitem. Deshalb setzt das Land auch weiterhin auf Elektroschocker und will jetzt nach und nach alle Geräte durch das neueste Modell ersetzen.