Streit um GEMA-Gebühren auf Weihnachtsmärkten
Wie Sie hören, hören Sie nichts. Der Frauenchor Quodlibet bei seinem Auftritt auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt. Eigentlich sollte der Chor den alljährlichen „singenden Adventskalender“ eröffnen. Singen können sie sich allerdings schlicht nicht leisten, denn die GEMA will seit diesem Jahr 1.300 Euro pro Auftritt von den Chören.
Dietmar Weidenfeller, Vorsitzender Kreis-Chorverband Koblenz:
„Die Chöre haben selbst noch Geld mitgebracht, weil sie ihre Chorleiter zahlen mussten und weil sie auch die Anreise selbst geregelt haben. Wir haben auch Chöre, die von etwas weiter kommen. Wie gesagt, das war eine nichtkommerzielle Veranstaltung und die haben wir auch immer noch in eine wohltätige Organisation mit eingebunden. Das heißt, in diesem Jahr hätten wir für den Kinderschutzbund Koblenz gesammelt. Nicht möglich.“
Auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt klingt noch Musik. Doch auch hier sind die Sorgen groß. Denn weil ab diesem Jahr die Fläche des kompletten Weihnachtsmarktes als Berechnungsgrundlage für die GEMA gilt und nicht mehr nur der Platz vor den Bühnen, haben sich die Kosten von rund 10.000 auf mehr als 60.000 Euro erhöht. Die Stadt hofft auf eine Lösung.
Manuela Matz (CDU), Wirtschaftsdezernentin Stadt Mainz:
„Es gibt ja auch für verschiedene andere Anlässe Rahmenverträge, wo man dann sagen könnte: Okay, es wäre sinnvoll, wenn man mit der GEMA als Stadt einen Rahmenvertrag mit abschließen könnte. Da ist auch der Deutsche Städtetag schon dran. Sodass wir sagen: Okay, die Gebühren bleiben in einem für uns kostenmäßig noch darstellbaren Rahmen.“
Die GEMA reagiert schriftlich auf unsere Anfrage und betont, es habe keine Gebührenerhöhung für Weihnachtsmärkte gegeben.
„Mögliche Gründe für gestiegene Lizenzkosten sind, dass sich die Veranstaltungsfläche oder die Dauer der Veranstaltung verändert hat.“
Die Stadt Mainz hat reagiert und ihr Angebot an Live-Musik auf dem Markt auf vier Tage in der Woche reduziert.
Florian Ripp
„Also mir ist Musik auf dem Weihnachtsmarkt sehr wichtig, weil das die Atmosphäre verbessert, die Stimmung.“
Stefanie Moeskes
„Alle Weihnachtslieder die man so aus der Kindheit kennt. Das finde ich dann schon schön, wenn die laufen.“
Ute Weckenmann
„Und die finde ich natürlich sehr viel schöner live gespielt, als von irgendeinem Medium, sei es irgendwelche CDs oder Lautsprecher, wenn es nur irgendwie beschallt wird.“
Auch in Koblenz hofft man auf eine baldige Einigung im GEMA-Streit. Hilfe erhoffen die Chöre sich von der Politik. Die Hessische Landesregierung hat bereits angekündigt, gemeinnützigen Vereinen bei nichtkommerziellen Veranstaltungen in Zukunft die GEMA-Gebühren abzunehmen. Aus Rheinland-Pfalz heißt es, man wolle zusammen mit dem Bund eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer anstreben.









