Neuerungen in der Erzieher-Ausbildung
Zwei statt drei Jahre. Diese Abkürzung in den Erzieherjob soll zukünftig möglich sein. Nötig dafür sind bestimmte Vorkenntnisse, die dann angerechnet werden.
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz
„Also gerade für die Sozialassistenten und zum Beispiel auch für diejenigen, die ein Studium angefangen haben in einem vergleichbaren Bereich und die sagen: ‚Ach nee, ich möchte lieber doch Erzieherin werden‘, die können das künftig in zwei statt drei Jahren machen.“
Der klassische Weg sieht dann so aus: Zu Beginn steht weiterhin die schulische Ausbildung zum Sozialassistenten. Dann folgt die verkürzte berufsbegleitende Erzieherausbildung, von der auch Quereinsteiger profitieren sollen. Keinerlei Abstriche bei Inhalt und Qualität, keine stressige Stoffverdichtung – so das Versprechen.
Die Erziehergewerkschaft übt Kritik, sie sieht die frühkindliche Bildung gefährdet.
Kathrin Gröning, Landesvorsitzende GEW Rheinland-Pfalz
„Wenn wir die Ausbildung verkürzen und vereinfachen, lösen wir aber das Problem nicht, wir knicken vor dem Fachkräftemangel ein. Das Wichtige ist tatsächlich, dass wir die Leute im Beruf halten, die wir schon haben, die sind nämlich gut ausgebildet. Und wenn wir dann zulassen, dass 20 % in den ersten Jahren den Beruf wieder verlassen, dann haben wir da gut ausgebildete Fachkräfte, die wir verlieren, die die Ausbildung auch schon gemacht haben, da sollte eher dran gearbeitet werden.“
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz
„Die Sorgen der GEW teile ich nicht. Wir machen die Dinge schneller, aber wir machen sie mit Qualität schneller, denn diejenigen, die verkürzen dürfen, die müssen ganz viel mitbringen und dadurch können sie verkürzen, weil das Dinge sind, die sie schon gelernt haben, die im ersten Jahr dran kommen.“
Rund 130 junge Menschen haben mit Beginn dieses Schuljahres bereits mit der verkürzten Ausbildung begonnen.
Chase Riggs, angehender Erzieher
„Ich finde es ganz gut, wie gesagt, ich bin ja auch ein bisschen älter. Ich finde es gut, wenn ich da ein bisschen schneller vorankomme.“
Müjgan Molayuseinova, angehende Erzieherin
„Weil wir eh im ersten Jahr einfach denselben Stoff gemacht haben, habe ich mich dazu entschieden, da verkürze ich lieber die Ausbildung und mache weiter mit neuem Stoff und nicht das, was ich schon in der Sozialassistenz hatte.“
Zuletzt waren etwa acht Prozent der Erzieherstellen unbesetzt. Laut Bildungsministerin nehme das Interesse am Job zu. Das liege auch am guten Gehalt zwischen 3.300 und 4.400 Euro brutto im Monat.









