Nachwuchs gesucht – Recruiting-Day in der JVA Rohrbach
Gefährliche Gegenstände erkennen, Pfefferspray gegen einen Angreifer einsetzen, oder in Schutzausrüstung schlüpfen. Rund 40 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit und informieren sich in der Justizvollzugsanstalt Rohrbach über die vielseitige Arbeit in einem Gefängnis.
Annabel Franzen, Anstaltsleiterin JVA Rohrbach
„Es hat sich viel veränder. Wir waren früher hinter unseren hohen Mauern, waren völlig für uns und meistens hat die Mund-zu-Mund-Propaganda schon gereicht.“
Der Fachkräftemangel macht den Gang an die Öffentlichkeit nötig. Der Recruiting Day findet zum fünften Mal statt. Neben Vollzugsbeamten arbeiten auch Ärzte und Sanitäter, Psychologen, Sozialarbeiter und Juristen im Vollzug. Eine enge Zusammenarbeit ist wichtig, kein Tag ist wie der andere.
Annabel Franzen, Anstaltsleiterin JVA Rohrbach
„Im Gefängnis arbeiten bedeutet Lust zu haben, im Team zu arbeiten, bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen für die Gesellschaft und sich einfach zuzutrauen mit Menschen zu arbeiten. Und diese Menschen dabei zu unterstützen sich wieder zu resozialisieren.“
Rund 500 Häftlinge sitzen derzeit ihre Haftstrafe ab. Und sie werden während ihrer Zeit im Gefängnis auch gerne mal kreativ.
Auch beim Basteln von gefährlichen Gegenständen. Ein wichtiger Arbeitsschritt ist deshalb die Zellenkontrolle.
Jessica Witt, Teilnehmerin Recruiting Day
„Also wir haben ein Zimmer untersucht, wo die ihre Kleinigkeiten verstecken, ob Pillen oder Messer oder so. Und wir haben ein paar Verstecke gefunden, aber es ist sehr interessant, dass man das Offensichtliche ganz offensichtlich nicht sieht.“
Vor dem eigentlichen Vorstellungsgespräch müssen die Bewerber einen psychologischen und einen Sporttest bestehen.
Pamela Dröscher, Justizvollzugsbeamte
„Viele überschätzen sich selbst, sieht man ganz gerne wieder, dass auch Sportler schon mal sagen: ‚Das ist alles kein Problem‘ und dann später nach Hause gehen ‚Oh, ich muss nochmal kommen, ich habe es nicht geschafft‘. Aber darauf kann man hin trainieren und auch heute an diesem Tag kann man so ein bisschen mal vortesten: Was sind meine eigenen Leistungsfähigkeiten, was kann ich schon und wo muss ich vielleicht noch was nachjustieren?“
Für Jessica Witt hat sich die Teilnahme am Recruiting Day gelohnt. Ihr Fazit:
Jessica Witt, Teilnehmerin Recruiting Day
„Ein sehr spannender Arbeitsplatz, wie ich heute feststellen durfte. Ich könnte es mir vorstellen, hier eine Ausbildung zu machen und hier zu arbeiten, ja.“
Arbeiten hinter verschlossenen Türen und hohen Gefängnismauern. Die JVA Rohrbach macht sie für einen Tag sichtbar.









