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Nach 1000 Tagen Krieg – weiter Solidarität mit der Ukraine

Nov. 18, 2024

Nur knapp 1.600 Kilometer Luftlinie sind es von Wiesbaden, der hessischen Landeshauptstadt, bis in die der Ukraine – nach Kiew. In einer Nacht vor tausend Tagen, marschierten auf Putins Befehl russische Truppen in die Ukraine ein. Gestern hagelte es wieder heftige Luftangriffe auf die Energiesysteme. Inzwischen hat man sich an die Meldungen über Angriffen gewöhnt. Für die zermürbten Menschen in der Ukraine ist der Krieg – so hart es auch klingt – irgendwie Alltag geworden. Umso wichtiger ist es, sie nicht zu vergessen! Dafür setzen sich weiterhin viele ehrenamtliche Helfer hierzulande ein, wie zum Beispiel im nord-hessischen Gudensberg. Von dort aus gingen bereits über 60 Hilfs-Transporte in die ukrainische Partnerstadt.
Windeln, Spielzeug, Möbel, bereits zum 65. Mal packen sie hier in Gudensberg an oder besser: alles zusammen. Hilfsgüter für die Partnergemeinde Schtschyrez. Dass die dort wirklich gebraucht werden, haben die Helfer selbst gesehen.

Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Von der Thermowäsche zum OP-Tisch, wir haben komplette Krankenhäuser schon rübergefahren, was wir hier aufgeladen haben, haben wir dort im Einsatz gesehen und wir haben uns natürlich enorm gefreut, das wiederzusehen.“

Jeden Monat geht momentan ein 40-Tonner von Gudensberg nach Schtschyrez. Die 61 Mitglieder des Partnerschaftsvereins haben kurz nach dem russischen Angriff mit den Hilfstransporten begonnen. Beide Städte waren bereits vor dem Krieg eng verbunden – es gab Besuche, gemeinsame Feste und nun – die Hilfe für Freunde in Not.

Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Besonders berührt hat uns da drüben das Marsfeld, was wir gesehen haben und zwar ist das neben dem Friedhof ein Feld, wo die gefallenen Soldatinnen und Soldaten beigesetzt werden. Das ist das, was uns ganz enorm beschäftigt bis heute, wir sind dort mit Gänsehaut durchgegangen, das war enorm, was wir da gesehen haben.“

In Videokonferenzen besprechen die Nord-Hessen mit den West-Ukrainern, was wo gebraucht wird. Wegen des geltenden Kriegsrechts hängt über Schtschyrez eine Haushaltssperre, die Gemeinde darf kaum Geld ausgeben. Durch die offizielle Städtepartnerschaft kann Gudensberg wichtige Projekte, wie etwa Krankenhaussanierungen finanziell unterstützen. Der ukrainische Bürgermeister bedankt sich, eine Dolmetscherin übersetzt.

Oleh Vasylyshyn, Bürgermeister Schtschyrez
„Die Einwohner von Gudensberg und der naheliegenden Orte haben uns die Hilfe gegeben, das war sehr wichtig, wir haben verstanden, das wir nicht alleine sind. Unsere Partnerschaft mit Gudensberg ist eine der erfolgreichsten in der Ukraine.“

Die Spendenbereitschaft sei nicht mehr so groß wie im ersten Jahr des Krieges, von dem die Helfer nicht dachten, dass er so lange dauern würde. So lange wie nötig, könnten sich die Ukrainer auf die Hilfe aus Hessen verlassen.

Sina Massow (SPD), Bürgermeisterin Gudensberg
„Und da bin ich eigentlich nach wie vor froh, dass wir die Hilfe aufrechterhalten können und das nicht komplett gegen Null geht. Wir bemühen uns stark weiterhin Werbung dafür zu machen und die Menschen emotional daran erinnern, dass der Krieg nicht aufgehört hat und die Menschen nach wie vor auf unsere Hilfe angewiesen sind.“
Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Wir haben uns keine Grenze gesetzt, wir werden zu jeder Zeit und egal wie lange es dauert, unsere Partnerstadt Schtschyrez und die Menschen in der Ukraine unterstützen, denn die kämpfen auch für unsere Demokratie in Europa.“