Reaktionen auf die Präsidentschaftswahl in den USA
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat Republikaner
„Dieser Tag wird in Erinnerung bleiben, als der Tag, an dem die Amerikaner sich die Kontrolle über ihr Land zurückgeholt haben.“
Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird auch der 47. Präsident sein – nachts um halb drei amerikanischer Zeit tritt Trump in Florida vor seine Anhänger und erklärt seinen Sieg.
Mit seinem Wahlsieg haben auf der anderen Seite des Atlantiks nur wenige gerechnet, wie hier auf dieser Wahlparty in Frankfurt. Einer der Veranstalter: Thomas Leiser vom American-German Business Club.
Leiser ist sein Leben lang Republikaner gewesen – 2024 hat er aber nicht Donald Trump gewählt.
Thomas Leiser, Präsident American-german Business Club
„Natürlich wegen seines seltsamen Verhalten, wegen seiner seltsamen Ideen davon ‚Was ist die Wahrheit, was ist nicht die Wahrheit‘. Er ist ein bisschen wie ein Chamäleon: Eine Minute ist er so, in der nächsten Minute so. Er beleidigt Menschen persönlich und da sehe ich keinen Sinn darin.“
Unter den Gästen: Interessierte Deutsche und Mitglieder der amerikanischen Community. Bei den US-Bürgern sind manche demokratisch eingestellt, manche republikanisch. Doch beide Seiten stehen der eigenen Partei auch durchaus kritisch gegenüber.
Rob Allman
„Ich bin republikanisch aufgewachsen, aber seit vier Jahren bin ich mehr unabhängig und ich hoffe auf die Demokratie und auf eine freie faire Wahl und deshalb habe ich in diesem Jahr die demokratische Kandidatin gewählt: Harris.“
Barbara Brown
„Für mich haben beide Seiten der politischen Kontrahenten haben Nachteile. Leider gibt es nur zwei und ich muss mich für eine Seite entscheiden und deshalb nehme ich Kamala.“
Und bis vier Uhr nachts deutscher Zeit sieht es so aus, als könnten die Kamala-Harris-Anhänger auf einen Sieg ihrer Kandidatin hoffen.
Doch die meisten Stimmen sind da noch gar nicht ausgezählt. Gegen vier Uhr haben die meisten Besucher, die Wahlparty verlassen. Sie sehen nicht, wie Donald Trump in den umkämpften Swing-States an Harris vorbeizieht….
Am nächsten Morgen: Ernüchterung nicht nur bei den US-Demokraten, sondern auch bei vielen Landespolitikern in Hessen und in Rheinland-Pfalz. Sie hatten auf einen Wahlsieg von Kamala Harris gehofft.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz
„Aber in den letzten Wochen hat sich ja dann doch abgezeichnet, dass es ein sehr knappes Rennen wird und nun hat Donald Trump die Präsidentschaft gewonnen und das wird Folgen haben.“
Die Folgen könnten insbesondere Rheinland-Pfalz treffen: Kein Bundesland hat so enge Verbindungen zu den USA – vor allem wegen vieler amerikanischen Militärstützpunkte. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident zieht aus dem Wahlsieg von Donald Trump den Schluss: Die Europäer müssen künftig mehr Eigenverantwortung übernehmen.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz
„Dabei wird es ebenso um eine europäische Verteidigungsstrategie gehen wie um Erleichterungen für unsere Unternehmen in den Bereichen Energiepreise und Bürokratisierung, damit sich Europa im globalen Wettkampf stark und robust aufstellt.“
Das fordert auch der hessische Ministerpräsident. Es sei wichtig…
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen
„… dass Europa seine Souveränität jetzt stärkt und natürlich auch in der Frage der Verteidigungsfähigkeit und in Fragen der äußeren Sicherheit souveräner wird und sich stärkt.“
Die Landespolitiker sind sich einig: Die Beziehungen zu den USA könnten schwieriger werden – und das in einer Zeit voller wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen.









