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Flieden bekommt freiwilligen Polizeidienst

Okt. 25, 2024

Weil das Sicherheitsgefühl der Bürger immer mehr zurückgeht, soll die Präsenz der Polizei wieder erhöht werden. Aber es fehlen Beamte dafür. Und hier kommt der Freiwillige Polizeidienst ins Spiel. Bürger – wie Sie und ich – in Polizeiuniform. Aber ist das sinnvoll oder eher ein PR-Gag? Wir sind im osthessischen Flieden, wo man jetzt auf den Freiwilligen Polizeidienst setzt.
In Flieden unweit von Fulda ist die Welt nicht nur auf den ersten Blick noch ziemlich in Ordnung: Es geht beschaulich zu in der 9.000-Seelen-Gemeinde zwischen Rhön und Vogelsberg. Die Kriminalitätsrate ist hier so niedrig wie an kaum einem anderen Ort in Hessen. Und doch werden hier schon bald Bürger in Uniform unterwegs sein – im sogenannten „Freiwilligen Polizeidienst“. Den entsprechenden Vertrag dazu haben Innenminister Roman Poseck und Bürgermeister Christopher Gärtner heute im Fliedener Rathaus unterzeichnet.

Christopher Gärtner (CDU), Bürgermeister Flieden
„Dafür gibt es drei gute Gründe. Der erste Punkt ist: Es ist unsere Heimat, wo wir uns geborgen fühlen. Da wollen wir sicher leben. Der zweite Punkt, der zweite gute Grund ist: Wir stärken dadurch das Ehrenamt. Der Polizeidienst auf freiwilliger Basis ist ehrenamtlich organisiert. Und der dritte gute Grund ist, dass wir da eben ein Gemeinschaftsgefühl damit erzeugen. Dass jeder ein Stück weit was dafür tun kann, um sicherer zu sein.“

So sollen die freiwilligen Polizeihelfer beispielsweise Landespolizei und Feuerwehr bei größeren Veranstaltungen unterstützen – etwa bei der Regelung des Verkehrs. In erster Linie sollen sie aber einfach nur da sein – Präsenz zeigen – und so das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern.

Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Der freiwillige Polizeidienst ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Und wir wollen diesem Bedürfnis bestmöglich Rechnung tragen. Dazu trägt natürlich vor allem die Landespolizei bei, die wir stärken, die für die Sicherheit in erster Linie verantwortlich ist. Aber der freiwillige Polizeidienst ist eine wichtige Ergänzung.“

Bewerben kann sich jeder Bürger zwischen 16 und 65 Jahren mit reiner Weste – Uniform, Mobiltelefon und eine Dose Pfefferspray zur Selbstverteidigung werden vom Land Hessen gestellt. Eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 7 Euro pro Stunde zahlt die Gemeinde.
Anderes als hauptberufliche Polizisten dürfen die freiwilligen Helfer aber keine Waffen tragen und auch niemanden als Amtsträger festnehmen – wenn also wirklich mal die Hütte brennt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die „richtige“ Polizei zu rufen. Ob es gut ist, wenn ehrenamtlich engagierte Bürger polizeiliche Aufgaben übernehmen, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Offenbar kommt das Modell aber gut an: Inzwischen setzt bereits jede vierte Gemeinde in Hessen auf die freiwilligen Helfer in Polizeiuniform.