Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Streik der Sparkassen-Mitarbeiter

Okt. 10, 2024

In ganz Deutschland streiken Angestellte von öffentlichen Banken. Auch manche Sparkassen in Rheinland-Pfalz und Hessen sind betroffen. Grund dafür ist die laufende Tarifverhandlung: Sie betrifft bundesweit rund 60.000 Arbeitnehmer. Heute startet die dritte Verhandlungsrunde in Mainz, zu der ein Demo-Zug kurzzeitig den Verkehr auf der Theodor-Heuss-Brücke lahmlegt.
Demo-Zug im Kollektiv: „Wir finden das Angebot der Arbeitgeber nicht schlecht. Wir finden das Angebot der Arbeitgeber scheiße!“
Dicke Luft bei vielen Angestellten von öffentlichen Banken. Die Gewerkschaft ver.di ruft zu Demonstrationen auf: Mehrere Hundert Arbeitnehmer streiken und beklagen zu geringen Lohn. Sie fühlen sich dementsprechend:
Antonio Endris – Angestellter Sparkasse
„Enttäuscht. Enttäuscht und verärgert, weil das halt wenig wertschätzend ist.“
Ute Daum – Angestellte Sparkasse
„Ja schon verärgert stellenweise, muss man schon dazu sagen. Wir haben viele Krankheitsfälle bei uns im Betrieb und das wollen wir alles durch ein bisschen mehr Gehalt eine Wertschätzung bekommen.“
Tobias Scholz – Angestellter Sparkasse
„Gerade auch für die Nachwuchskräfte ist das sehr wichtig, damit wir bei anderen Berufen im Gehalt mitsprechen können.“
Konkret fordern die Arbeitnehmer: Über 11 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten bisher 5,8 Prozent an. Zusätzlich sollen noch weitere fünf Prozent in zwei Schritten folgen. Bis 2027 würde der Lohn dann um insgesamt 10,8 Prozent steigen. Zu wenig, sagt die Gewerkschaft ver.di.
Stefan Wittmann – ver.di Verhandlungsführer
„Die Arbeitgeber haben immer noch nicht verstanden, dass die letzten beiden Jahre wirklich tiefe Wunden gerissen haben in die Geldbeutel der Beschäftigten. Wir haben eine Inflation, die zusammengefasst bei über zwölf Prozent lag und dann ein Angebot zu bringen, dass in die Zukunft gerichtet gerade einmal zehneinhalb Prozent abdeckt, bedeutet ja, die Realeinkommen sinken weiter und das können wir schlicht nicht hinnehmen.“  
Dominik Lamminger vom Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands vertritt die Arbeitgeber. Er wäre bereit – für eine Einigung – sein Angebot noch einmal zu erhöhen,
Dominik Lamminger – Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands
„Ich glaube wir sind mit unserem zweiten Angebot bis an die Grenze gegangen, was für uns machbar ist. Aber ich weiß auch, wir sitzen hier nicht zusammen, um hart auf einer Meinung zu verharren, sondern wir wollen uns aufeinander zubewegen und insoweit bin ich zuversichtlich, dass uns das heute auch gelingt. Nochmal: Ich glaube wir müssen auch liefern – beide Seiten – und beide Seiten sind deswegen auch aufgerufen sich aufeinander zuzubewegen.“
Seit heute Vormittag dauern die Tarifverhandlungen in der dritten Runde an. Noch konnte keine Einigung erzielt werden.