Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Initiative für Schulschwimmen

Sep. 9, 2024

Jetzt kommen wir zu einer alarmierenden Zahl: Rund die Hälfte der Kinder kann nicht sicher schwimmen – sagt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG. Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Schwimmbäder schließen, aber auch immer weniger Schulen Schwimmunterricht anbieten. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat im Koalitionsvertrag festgelegt, dass Kinder möglichst am Ende der Grundschulzeit schwimmen können sollen. Wir haben uns das mal in Ludwigshafen angeschaut.
Am Anfang: abtauchen. Zuerst müssen die Drittklässler der Ludwigshafener Schillerschule eingeteilt werden – in Schwimmer und Nichtschwimmer. 21 Schüler sind im Becken. Neun können noch überhaupt nicht schwimmen. Die anderen dürfen ihre Bahnen im tieferen Wasser ziehen. André Müller betreut die Nichtschwimmer.

André Müller, Grundschullehrer
„Das Besondere an unserem Konzept ist, dass alle Schulen schwimmen gehen können, weil wir eben ausgebildete Sportlehrer sind. Das können viele Kommunen nicht von sich sagen, dass sie für alle Schüler eine Schwimmmöglichkeit haben und die Stadt Ludwigshafen ermöglicht das mit ihren zwei Schwimmbädern.“

Seit den 80er Jahren ermöglicht die Stadt den Schwimmunterricht für insgesamt 26 Schulen. Alle Lehrer, die hier unterrichten, haben eine zusätzliche Ausbildung und müssen alle zwei Jahre ihren Rettungsschwimmer erneuern.
In Rheinland-Pfalz gibt es 7.000 Lehrer, die den Grundschülern Schwimmen beibringen können. Es sollen mehr werden, so die rheinland-pfälzische Bildungsministerin, die sich heute den Vorzeigeschwimmunterricht in Ludwigshafen anschaut.

Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz
„Wir haben eine ganz neue Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer konzipiert, neue Unterrichtsmaterialien. Aber eben auch finanzieren wir in die Schwimmbäder. Seit 2007 hat das Land 132 Millionen Euro an die Kommunen gegeben.“

Zu wenig findet die Opposition, vor allem weil im Koalitionsvertrag das Ziel des Schwimmenlernens in der Grundschule verankert ist.

Dennis Junk, (CDU) Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz
„Ein großer Schritt wäre wirklich, wenn man sagt: An größeren Schulstandorten, da muss ein Lehrschwimmbecken hin und dann macht man einen Plan auf fünf, sechs, sieben Jahre und stellt die entsprechenden Mittel im Haushalt zur Verfügung.“

Schwimmen ist gut für die Gesundheit, Schwimmen kann lebensnotwendig sein, oder einfach Spaß machen.

Asya, 9-jährige Schwimmerin
„Ja, ich fühle mich beim Wasser als würde ich fliegen, da fühle ich mich frei.“

Asya kann bereits schwimmen. Ihr Vater hat es ihr beigebracht. Auch die Initiative der Eltern ist wichtig, damit in Zukunft mehr Zehnjährge schwimmen können, denn laut DLRG können das in Deutschland nur 40 Prozent.