Melonenanbau in Rheinland-Pfalz
Sarah Schreiber ist mit ihren Kollegen auf dem Feld unterwegs. Auf der Fläche neben ihrem Hofladen ernten sie heute Gemüse. Keine Zucchini oder Gurken, sondern Melonen. Schon seit fünf Jahren baut die Landwirtin das exotische Gemüse in der Pfalz an.
Sarah Schreiber, Landwirtin aus Gerolsheim
„Wir haben halt einfach mal den Versuch gewagt und wollten es ausprobieren, weil das Klima bei uns in der Toskana Deutschlands, in der schönen Pfalz ja eigentlich immer schön warm ist, nicht nur Wein gut wächst, sondern auch Melonen. Und das Ergebnis kann sich ja sehen lassen. Die schmecken gut und die Leute sind zufrieden.“
Hier in der Pfalz scheint die Sonne besonders häufig. Ideale Bedingungen für die Charentais Melone. Dass sie reif ist, erkennt Sarah Schreiber vor allem an ihrem süßlichen Geruch. Bei der Wassermelone, muss sie sich auf ihre Ohren verlassen.
Sarah Schreiber
„Gucken wir doch mal … Nee, da warten wir noch ein bisschen ….,Die ist besser … Kannst du schneiden?“
Da es diesen Sommer so viel geregnet hat, findet die Melonenernte ein paar Wochen später als sonst statt.
Der Gemüsehof in Gerolsheim ist jedoch einer von wenigen, die auf Melonen setzen. Sarah Schreiber hofft, dass noch mehr Landwirte nachziehen und exotischere Sorten anpflanzen. Sie selbst möchte weiter experimentieren. Zum Beispiel mit Artischocken. Damit die Gemüse- und Obstvielfalt in Zukunft größer wird.
Sarah Schreiber, Landwirtin aus Gerolsheim
„Dass man nicht mehr so viel importieren muss. Weil das kostet ja auch Geld und ist schlecht für das Klima, wenn wir jetzt von überall aus der Welt das Obst und Gemüse hierher karren. Dann kann man sich auch überlegen, dass man es einfach hier anbaut und einfach nur in der Zeit isst, wenn es auch hier wächst. Weil ich brauche keine Wassermelonen an Weihnachten.“
Auf dem Wochenmarkt in Frankenthal verkauft Sarah Schreiber ihre regionalen Melonen. Aber wissen ihre Kunden überhaupt, dass das Gemüse aus der Pfalz kommt?
Christiane Hildebrandt
„Nein, nicht unbedingt. Es hätte auch aus Frankreich kommen können.“
Hanne Decker
„Bin sehr überrascht, dass es so was bei uns jetzt auch gibt.“ – „Und wie finden Sie das?“ – „Toll.“
Georg Weiß
„Nee, hätte ich jetzt nicht gedacht. Hätte eher gedacht von Übersee.“
Doch mit den regionalen Melonen ist es kein einfaches Geschäft. Denn Importe aus dem Ausland mit billigeren Produktionsbedingungen senken den Marktpreis. Daher fordert Sarah Schreiber mehr Unterstützung für regionale Produkte.
Sarah Schreiber, Landwirtin aus Gerolsheim
„In der Pfalz explodiert die Pfälzer Grumbeere und es gibt syrische, griechische oder sonst wo Kartoffeln und alle fragen sich, warum. Das gehört meiner Meinung nach stärker reguliert auch von Seiten der Regierung.“
Aber auch große Supermarktketten nimmt sie in die Pflicht. Nur so könnten neue Sorten wie die Melone auch häufiger regional angebaut werden. Und vielleicht könnte in Zukunft noch mehr exotisches Obst- und Gemüse direkt aus der Pfalz kommen. Als ein Teil der Landwirtschaft der Zukunft.









