Gastronomie-Auszubildende aus Ruanda in Rheinland-Pfalz
Alliance, Priscille und Augustin kommen aus kleinen Dörfern in Ruanda. Seit Anfang August machen sie im „Papa Rhein“ Hotel eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und zum Hotelfachmann.
Augustin Tuyizere
„Ich bin hier als Azubi nach Deutschland gekommen, um mich im Gastgewerbe zu verbessern und ich hoffe, dass meine Zukunft nach meiner Ausbildung sehr gut sein wird.“
Weil der Fachkräftemangel in Deutschland in vielen Branchen immer mehr zu spüren ist, nutzt man in Rheinland-Pfalz die Partnerschaft mit Ruanda. Auch zum Beispiel Ärzte können eine Ausbildung in Deutschland machen. In der Gastronomie und Hotellerie ist die Not aber besonders groß. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz hat deshalb das Projekt Ruanda 100 initiiert und in ganz Rheinland-Pfalz nach Betrieben gesucht die zukünftig die 100 geplanten Azubis aufnehmen.
Nadine Gabel, Hotelleitung „Papa Rhein“ Bingen
„Wir sind da natürlich sehr gerne bereit. Wir haben schon sehr viele Auszubildende, haben aber auch viele Ausbildungsplätze und deswegen ist es dann auch wichtig, sich schon mal für solche Projekte zu öffnen und die Vorreiterrolle zu spielen und auszuprobieren, funktioniert das oder funktioniert es nicht.“
Die Drei übernehmen im Hotelalltag sämtliche Aufgaben. Nebenbei müssen sie wie alle Auszubildenden auch in die Berufsschule. In Ruanda haben sie deshalb schon die deutsche Sprache gelernt.
Alliance Akeza
„ Es gefällt mir gut, dass wir in allen Abteilungen des Hotels arbeiten und das finde ich toll. Für mich ist das eine tolle Chance und ich möchte das machen.“
Schon vor dem offiziellen Ausbildungsbeginn hatten die Ruander Zeit sich in Deutschland und dem „Papa Rhein“ Hotel einzugewöhnen. Die Hotelleitung ist mit den drei Lehrlingen zufrieden.
Nadine Gabel, Hotelleitung „Papa Rhein“ Bingen
„Die hatten natürlich einen kleinen Kulturschock, einen kleinen Sprachschock, hatten sich mit dem Beruf vorher auch nicht unbedingt auseinandergesetzt. Von daher muss man ihnen wirklich auf die Schulter klopfen und sagen: Das haben sie richtig gut gemacht, sich super schnell eingearbeitet, ins Team integriert und mussten natürlich auch hier in Bingen in eine Wohnung ziehen und alles war anders als zu Hause. Aber das hat wirklich richtig gut funktioniert und sie sind fester Bestandteil des Teams.“
Augustin möchte nach seiner abgeschlossenen Ausbildung zurück nach Ruanda und dort arbeiten. Priscille hingegen würde gerne in Deutschland bleiben.
Priscille Nsengi Furaha
„Ich will gerne in Deutschland bleiben, weil Deutschland ist ein entwickeltes Land. Man kann viel lernen und Geld verdienen.“
Drei Jahre dauert die Ausbildung. Wie viele von den 100 Ruandern letztendlich in Rheinland-Pfalz als Fachkräfte bleiben wollen, kann man noch nicht sagen. Die Kooperation zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda soll aber in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.









