Steigende Kosten bereiten Festival-Betreibern Sorgen
Heute soll es losgehen hier beim Herzberg Festival. Es gilt als das größte und älteste Freiluft-Hippie-Festival Europas, doch auch hier kämpfen sie mit den steigenden Ausgaben. Materialien, Transport, Künstlergagen und das viele Personal – seit der Corona Zeit sind die Kosten im Schnitt um 30% gestiegen.
Hans Cath, Veranstalter
„In der Corona-Zeit hatten wir eine Förderung von der Initiative Musik aus Berlin. Das war eigentlich ganz gut. Das hat uns auch geholfen, um die Zeit zu überbrücken. Aber der Topf ist jetzt auch leer. Ich meine, jetzt müssen wir sehen, dass wir das durch selbständige Einnahmen vom Festival, das wir das meistern können.“
Und auch die fehlende Planungssicherheit bereitet den Betreibern Sorgen. Viele Musikfans machen den Ticketkauf abhängig von der Wetterlage, dem Line-Up und den eigenen Finanzen.
Veranstalter Hans Cath ist schon seit 20 Jahren dabei. Das Festival ist für ihn ein Herzensprojekt. Doch einen großen Gewinn erwartet er nicht, angesichts von Kosten in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro.
Hans Cath, Veranstalter
„Wir haben 14 Gesellschafter. Und die 14 Gesellschafter sind,ich sage mal, Freaks. Die finden das schön und sind alle zufrieden, wenn wir am Ende sagen können: Wir haben kein Geld draufgelegt.“
Die Besucher des Herzberg-Festivals zahlen in diesem Jahr rund 200 Euro für ihr Ticket. Ein hoher Preis, der für gemischte Gefühle sorgt.
Gerion Schneider
„Viel höher geht’s eigentlich nicht, sage ich jetzt mal. Selbst für uns wird es dann wieder zu teuer. Ich hab jetzt schon einige Kollegen, die sonst jedes Jahr mit hier waren, die dieses Jahr gesagt haben: Nee wir können es uns nicht mehr leisten.“
Felix Wolf
„Wenn der Betreiber das Geld braucht, um es veranstalten zu können, dann müssen wir halt leider in den sauren Apfel beißen und es dann auch zahlen.“
Steffi Zahedinour
„Die Preissteigerung ist eigentlich eine nervige Sache, klar, aber voll okay. Also Kinder sind zum Beispiel auch umsonst. Und hier sind viele, viele Kinder und Kinderangebote.“
Gerade mittlere und kleine Festivals in Hessen bangen um ihre Existenz. Die Veranstalter rechnen auch in Zukunft nicht mit geringeren Kosten. Vielen blieben dann nur zwei Möglichkeiten.
Hans Cath, Veranstalter
„Bei den meisten Festivals wird der Ticketpreis noch höher werden. Oder man muss natürlich vom Angebot zurück. Das man sagt, wir haben keine 60 Bands mehr, die auftreten, wir haben nur noch 50 Bands. Das sind die Konsequenzen, die auch kommen.“
Trotz steigender Kosten werden am Wochenende bis zu 10.000 Besucher beim Herzberg-Festival erwartet. Doch nicht nur hier blicken die Veranstalter in eine unsichere Zukunft.









