Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Elektrozaun gegen die Schweinepest

Juli 24, 2024

Die Afrikanische Schweinepest hält die Region weiter in Atem. Nach dem Ausbruch der Krankheit in Südhessen hat sie sich auch ins benachbarte Rheinland-Pfalz ausgeweitet. Inzwischen gibt es auch dort zehn offiziell gemeldete Fälle und nicht nur die Schweinezüchter sind in höchster Alarmbereitschaft.
Seit über 150 Jahren leitet die Familie von Bernhard Simon in Wittlich einen der größten Schlachtbetriebe Deutschlands. Mehr als 3.000 Schweine werden hier jeden Tag geschlachtet. Doch nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Rheinland-Pfalz hat der Firmenchef Sorge, dass es ihm ergeht wie einem Schlachtbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern. Nachdem dort infiziertes Fleisch gefunden wurde, wurde er vom Amt geschlossen.

Bernhard Simon, Geschäftsführer Simon Fleisch
„Normalerweise darf dieser Fall gar nicht vorkommen, weil der Landwirt vorher ja bestätigen muss, dass seine Tiere gesund sind, wenn er sie zur Schlachtung bringt, und dass ist dann natürlich die normale Reaktion des Amtes. Wenn also Fleisch im Betrieb ist, wo der ASP-Virus nachgewiesen wurde, so muss dieses Fleisch entsorgt werden und der Betrieb muss komplett desinfiziert werden und wird für eine Zeit lang geschlossen.“

Doch die Schlachthöfe sind längst nicht die einzigen, denen durch die Schweinepest ein wirtschaftlicher Schaden droht. Die Mastbetriebe im Land müssen sich regelrecht abschotten, um Infektionen zu vermeiden. Kommt es doch zu Fällen im Betrieb, müssen alle Tiere getötet werden.
Und auch die Landwirte sind von Einschränkungen betroffen. Sie müssen ihre Felder jedes Mal zunächst aufwändig nach verendeten Wildschweinen absuchen, bevor sie ernten dürfen.
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat heute bei Oppenheim damit begonnen einen Wildfangzaun zu errichten. Gut drei Kilometer soll der ab heute jeden Tag wachsen und die Kernzonen, in denen infizierte Tiere gefunden worden waren umschließen.

Katrin Eder (Bündnis 90 / Grüne), Umweltministerin Rheinland-Pfalz
„Von Oppenheim bis Guntersblum ist jetzt der erste Schritt. Es gibt die Einzäunung des Naturschutzgebietes Gimbsheimer Altrhein und dann geht es im Prinzip noch bis Worms. Insgesamt reden wir hier über 40 Kilometer Elektrozaun.“

Mehr als 400.000 Euro hat der Zaun vor vier Jahren gekostet, als die Landesregierung ihn für die Bekämpfung des letzten Schweinepestausbruchs gekauft hatte. Hinzu kommen für das Umweltministerium aktuell die Kosten für das Aufstellen der Zäune und für die Suche nach Wildschweinkadavern mit Drohnen und Spürhunden.
Das Virus ist für Menschen ungefährlich, wird aber oft von ihnen weitergetragen. Deswegen plädiert die Ministerin an die Bevölkerung, Wanderwege nicht zu verlassen, sich kranken Tieren nicht zu nähern und …

Katrin Eder (Bündnis 90 / Grüne), Umweltministerin Rheinland-Pfalz
„… bitte keine Fleischprodukte einfach so in die Landschaft schmeißen oder in Mülleimer schmeißen, die keinen Deckel haben. Wir reden hier über Salamibrötchen oder sonstiges. Das ist ja auch die These, weswegen die Afrikanische Schweinepest in Hessen ihren Ausgang genommen hat.“

Sollte es nicht bald gelingen, der Schweinepest in Rheinland-Pfalz Herr zu werden, könnte das nicht nur für Schlachtbetriebe teuer werden. Auch Landwirten drohen im schlimmsten Fall Ernteverbote und Betriebsschließungen.