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Anakonda und Wasserschwein wieder im Senckenberg-Museum

Juli 16, 2024

Der Louvre in Paris hat die „Mona Lisa“ – das Senckenberg Museum in Frankfurt hat die „Anakonda mit Wasserschwein“. Seit Generationen der Publikumsliebling. Doch die Zeit im Rampenlicht hat ihre Spuren hinterlassen – und so blieb das Kult-Exponat seit Februar vergangenen Jahres wegen Restaurationsarbeiten verborgen. Heute sind Anakonda und Wasserschwein endlich frisch aufgehübscht ins Museum zurückgekehrt.
Der Moment, auf den alle gewartet haben, wenn eine Schlange und ein Schwein aus dem Wellnessurlaub zurückkehren. Der war nach knapp 100 Jahren auch bitter nötig. Schmutz, Schäden und Flickschusterei machten die Restaurierung kompliziert.

Kathrin Sündermann, Restauratorin
„Das Schwierigste war tatsächlich der Anfang, also wirklich den Beginn zu finden, an welcher Stelle sind wir uns sicher genug über das, was wir da haben. An welcher Stelle fangen wir jetzt wirklich an zu arbeiten. Also wir haben lange diskutiert, ob wir anfangen freizulegen, um zu gucken, was drunter ist, oder ob wir erst die Festigung vornehmen. Man muss erst mal so ein Startpunkt finden, loszulegen und dann ist es nur noch Arbeit.“

Eine Fleißarbeit. Jedes Wasserschweinhaar, einzeln per Hand aufgeklebt. Schicht für Schicht wurde die Farbe auf der Schlangenhaut neu koloriert.
Ein ungewöhnliches Expertenteam aus den Bereichen Malerei und Ledertechnik half mit, der Zoo stellte ein Röntgengerät bereit. Der alte Anakonda-Charme ist erhalten geblieben, strahlt aber in neuem Glanz.

Kathrin Sündermann, Restauratorin
„Es hat sich wahnsinnig viel verändert. Das Wasserschwein ist jetzt behaart, das war es vorher nicht. Es gab ganz viele Risse, ganz viele abrechnende Bereiche, die man deutlich gesehen hat, die alle nicht mehr vorhanden sind. Und vor allen Dingen hat sich die Farbigkeit deutlich verändert. Wir hatten vorher zwei hauptsächliche Farben, die auf dem Schlangenkörper sichtbar waren, und jetzt hat man einen nuancierten Übergang.“

Auch für die Museumsdirektorin ist die Rückkehr der tierischen Senckenberg-„Mona Lisa“ etwas Besonderes.

Prof. Dr. Brigitte Franzen, Direktorin Senckenberg
„Also ich freue mich unglaublich, weil das war natürlich eine Fehlstelle jetzt die ganze Zeit. Wir mussten auch immer wieder erklären, warum ist die Anakonda denn weg, und umso schöner ist es jetzt, das nach anderthalb Jahren sie jetzt endlich wieder da ist.“

Frisch enthüllt zieht die wilde Fressszene große wie kleine Besucher sofort wieder in ihren Bann.

Frank Reckwerth, Besucher aus Bonn
„Die Schlange mit dem Wildschwein vorzufinden, das ist schon sehr prägend. Also das Bild lässt einen auch nicht mehr los. Wir haben es auf dem Weg dahin gelesen, dass die Anakonda heute zurückkommt und darüber freuen wir uns riesig, dass ist eines der Highlights, kennen wir seit 30 Jahren und darauf haben wir uns gefreut. Das war jetzt eine super schöne Überraschung.

Die ab sofort in ihrer perfekt temperierten Vitrine auf die Besucher wartet. Zur feierlichen Rückkehr von Anakonda und Wasserschwein gibt’s ein Begleitprogramm mit Workshops für Kinder zum Thema Riesenschlangen. Alles, um auch die nächsten 100 Jahre Generationen für Natur und Wildnis zu begeistern.