Widerstand gegen Flüchtlingsunterkunft
Der Protest in Michelbach geht weiter – es ist ein stiller Protest. Ende Januar kochen hier die Emotionen hoch bei einer Informationsveranstaltung von Julia Gieseking, Landrätin des Vulkaneifelkreises. Aus dem ehemaligen Hotel Huschens soll eine Unterkunft für bis zu 60 Geflüchtete werden. Zu viele für ihren kleinen Ort. Es fehlt an Infrastruktur und Integrationsmöglichkeiten, finden die Menschen hier. Mit ihrer neu gegründeten Bürgerinitiative wollen sie sich dafür einsetzen, Geflüchtete im Kreis besser zu FAIRteilen.
Volker Heimes, Anwohner Michelbach
„Als Anwohner, hier in dem Ort, geht es einfach nicht. Da müssen andere Lösungen her.“
Nadja Jagusch, Anwohnerin Michelbach
„Da macht die Politik einfach zu wenig. Also, da muss asylpolitiktechnisch einfach viel mehr kommen. Es kann nicht sein, dass so ein kleines Dorf wie Michelbach das wirklich ausbaden muss.“
Martin Adrian, Anwohner Michelbach
„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge. Ganz im Gegenteil. Wir haben auch der Frau Gieseking beziehungsweise der Kreisverwaltung das Angebot gemacht, in unserem Dorf in Privatwohnungen drei Flüchtlingsfamilien unterzubringen.“
Eine sozialverträgliche Lösung, darum geht es den Michelbachern. Stefanie Lorisch, die Vorsitzende der Bürgerinitiative, ist überzeugt: Wenn die Geflüchteten in privaten Wohnungen unterkämen, bräuchte es keine Gemeinschaftsunterkunft.
Stefanie Lorisch, Vorsitzende FAIRteilen e.V. Gerolstein-Michelbach
„Wir hätten auch ein Team an Ehrenamtlichen, die sich um die Integration dieser Menschen kümmern würde. Allerdings ist natürlich unser Angebot daran gekoppelt, dass der Landkreis auf die Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft verzichtet. Und deswegen zählt unser Angebot nicht für die Landrätin. Wie gesagt, das Gegenangebot sind 60 Personen im Familienverbund.“
Die Fronten scheinen weiterhin verhärtet, ein Kompromiss nicht in Sicht. Aktuell ist hier noch niemand untergebracht, doch mit steigenden Flüchtlingszahlen könnte sich das bald ändern. Die Verträge zwischen dem Betreiber der Unterkunft und der Kreisverwaltung Vulkaneifel sind unterschrieben. Die Bürgerinitiative fordert diese hingegen auf …
Stefanie Lorisch, Vorsitzende FAIRteilen e.V. Gerolstein-Michelbach
„… dass ein wirkliches, nachhaltiges Konzept erstellt und erarbeitet wird. In Zusammenarbeit mit Diakonie, Caritas, zum Beispiel auch Immobilienmaklern, die es ja auch regional gibt. Um wirklich mal zu erarbeiten und schriftlich niederzulegen, zu welchen Bedingungen welcher Wohnraum angemietet werden kann, wie man den generiert, indem man zum Beispiel auch Immobilienmakler beauftragt.“
Außerdem fordern die Michelbacher eine Quote oder Obergrenze, wonach sich die Verteilung von Geflüchteten künftig an der örtlichen Bevölkerungszahl bemisst. Nach der Kommunalwahl wollen sie Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln – und so den Druck auf die Politik weiter erhöhen.









