Feldhamster werden ausgewildert
Ein großer Tag für Michael. Der Europäische Feldhamster wird heute mit sieben anderen Artgenossen ausgewildert. Ein besonderer Moment auch für seine Pfleger, denn die Hamster stammen aus eigener Aufzucht.
Valentina Baumtrog, AG Feldhamsterschutz
„Wir konnten den ganzen Tieren, die wir jetzt heute raussetzen beim Großwerden zugucken und es ist ein bisschen Trennungsschmerz mit dabei, aber die Vorfreude überwiegt auf jeden Fall, weil man weiß: Okay jetzt kann der Hamster wirklich in Freiheit leben und möglichst viele Nachkommen züchten. Das ist ja das, was wir eigentlich wollen.“
Das Hauptziel der Zuchtstation ist eine genetische Auffrischung der bestehenden Populationen. Durch die Ausbreitung des Menschen und dem Wandel der Landwirtschaft werden Bestände voneinander getrennt. Die Folge – Inzucht, Krankheiten und weniger Jungtiere.
Valentina Baumtrog, AG Feldhamsterschutz
„Wir nehmen Männchen aus der einen Population und Weibchen aus der anderen Population, verpaaren die gezielt bei uns in der Zucht und dann werden die Tiere hier wieder rausgesetzt, um die Genetik der nächsten Population hier mit reinbringen zu können.“
Die Naturschützer bohren für die Auswilderung tiefe Löcher in den Boden und legen Futter dazu. Ein zusätzlicher Käfig soll die Tiere während ihrer ersten Eingewöhnung im neuen Zuhause vor Greifvögeln schützen. Für den Erhalt der Hamster spielt auch die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft eine zentrale Rolle, denn es braucht den aktiven Schutz im Feld.
Valentina Baumtrog, AG Feldhamsterschutz
„Es reicht nicht nur eine Fläche zu schaffen, die gut für den Feldhamster ist, sondern eben auch die Umgebung drumherum. Und da gibt es so eine Art Ernteverzichtmaßnahmen, nennen wir das Ganze. Also der Hamster mag Getreide sehr gerne. Und da wird eben Getreide stehen gelassen, immer so streifenweise oder in Quadraten von Landwirten. Und dann können da die Hamster sich, nachdem die Ernte erfolgt ist, immer noch in diese Schutzmaßnahmen zurückziehen.“
Und diese Schutzmaßnahmen zahlen sich aus. Im vergangenen Jahr wildern die Pfleger 21 Tiere aus, bei einer erneuten Zählung im Gebiet werden später 102 Hamster registriert. GPS-Sender und Wildtierkameras helfen den Naturschützern, die Tiere auch nach der Auswilderung weiter zu beobachten.
Derzeit befinden sich wieder über 100 Tiere in der Zuchtstation. Die neuen Jungtiere werden dann im nächsten Jahr in die Freiheit entlassen. Dann können sie, genau wie Michael, ihr Leben in Freiheit genießen.









