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Zoll-Jahresbilanz in Frankfurt

Mai 3, 2024

Der Zoll erhebt Steuern auf Waren aus Nicht-EU-Ländern, versucht die Einfuhr gefälschter Produkte zu verhindern oder etwa den Schmuggel von Waffen. Gar nicht so einfach, denn die Zahl der Warensendungen wächst immer weiter. Von der Arbeit der Zöllner hat sich heute am Frankfurter Flughafen auch Bundesfinanzminister Christian Lindner ein Bild gemacht.
Ein schwarzer Bugatti im Wert von über zwei Millionen Euro, E-Scooter aus China, Kopfhörer: Zöllner überprüfen verdächtige Pakete, oder erheben Steuern auf Warensendungen – beispielsweise aus China.
Vergangenes Jahr hat der Zoll mehr als 413 Millionen Warensendungen abgefertigt im Wert von 1,4 Billionen Euro – vor allem aus einem Grund.

Colette Hercher, Präsidentin Generalzolldirektion
„Also wir stellen wachsende Zahlen im Einfuhrbereich fest, im Wesentlichen gehen die auf den E-Commerce zurück. Das liegt natürlich daran, dass hier mit kleinen Einzelsendungen die Waren reinkommen, die früher im Container in der großen Sendung kamen, aber natürlich heute in der Abfertigung mehr Arbeit machen.“

Wegen Online-Riesen wie Amazon muss der Zoll eine immer größere Menge an Paketen bearbeiten: Doch davon profitiert auch das Gemeinwesen – der Zoll hat 2023 für den deutschen Staat und die EU fast 160 Milliarden Euro Abgaben auf Waren eingenommen.
Geldsummen, ohne die sein Job ungleich schwerer wäre. Doch für den Bundesfinanzminister ist der Zoll auch ein wichtiger Baustein der Globalisierung.

Christian Lindner (FDP), Bundesfinanzminister
„Die Weltwirtschaft ist stark vernetzt, Deutschland ist einer dieser Knotenpunkte, wir sind eine Nation, die von Einfuhr und Ausfuhr abhängt und deshalb muss der Zoll als Partner der Wirtschaft auf Augenhöhe mitspielen. Es geht ja nicht darum, die Menschen oder Betriebe zu belästigen oder ihnen Scherereien zu machen, sondern ihnen möglichst schnell und reibungslos, bürokratiearm dafür zu sorgen, dass Regeln eingehalten werden.“

So schützt die Arbeit der rund 48.000 Mitarbeiter des Zolls die Verbraucher und die heimische Wirtschaft vor Produktfälschungen – mehr als 3 Millionen solcher Fälschungen hat der Zoll vergangenes Jahr aus dem Verkehr gezogen.
In den kommenden Jahren will der Zoll für die Abfertigung von Waren viel stärker auf Digitalisierung und auch künstliche Intelligenz setzen. Denn die Zahl der Warensendungen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.