Schwere Unwetter sorgen für Schäden
Unter anderem war die A661 überschwemmt und musste zwischenzeitlich in beiden Richtungen gesperrt werden. Aus gleich drei Krankenhäusern musste die Feuerwehr Wasser pumpen. Die Patienten-Versorgung war aber nicht gefährdet. Auch sonst fällt das Fazit der Einsatzkräfte heute positiv aus. Trotz weggeschwemmter Fahrzeuge, Unfällen und überfluteter Keller seien keine Menschen zu Schaden gekommen. Das Rhein-Main-Gebiet hat das Unwetter also ordentlich getroffen. Außerdem blickten viele besorgt auf die Wassermassen im Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz. Die haben bei vielen böse Erinnerungen wachgerufen.
Wassermassen strömen gestern Abend in Bad Neuenahr-Ahrweiler über die Straße. Bilder, wie es sie hier zuletzt während der verheerenden Flutkatastrophe vor fast drei Jahren gab. Die Sandsäcke hat Kai Malik-Buchholz damals aufgehoben. Trotzdem hat das Wasser aus der Kanalisation den Keller der Familie überflutet und damit die Wunden der Vergangenheit wieder aufgerissen.
Kai Malik-Buchholz, Anwohner Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Natürlich meine Frau, die hat natürlich noch das Trauma vom letzten Mal und da ist es natürlich gleich, wie soll ich sagen, es hat so ein bisschen höher geschlagen. Der Schwiegervater oben, der hat ja alles mitbekommen. Das war halt, wie soll ich sagen, ein Déjà-vu vom letzten Mal aber nicht ganz so schlimm, weil wir wussten, dass es nicht so schlimm kommen kann.“
Denn die Pegelstände bleiben dieses Mal deutlich unter dem Rekordstand von 2021. Dennoch führt der Dauerregen auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler dazu, dass Gullys überlaufen und Straßen unterspült werden. Schon früh rückt die Feuerwehr aus, pumpt Keller leer und sorgt dafür, dass Straßen und Wege möglichst befahrbar bleiben.
Zwischenzeitlich gibt der Landkreis die zweithöchste Warnstufe aus und koordiniert die Einsatzkräfte aus der Technischen Einsatzleitung. Für genau solche Fälle sind sie hier im Ahrtal inzwischen gut vorbereitet.
Markus Mandt, Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Wir haben 220 Einsätze abgewickelt mit ca. 300 Einsatzkräften auch aus überörtlichen Bereichen. Gegen 18 Uhr hat sich eine Starkgewitterzelle hier abgeladen. Die hatte ca. eine Stunde lang geregnet, hat hier um die 60-70 Liter Wasser abgeladen und hat viele Straßen hier Unterwasser gesetzt und viele Gebäude.“
Im Laufe der Nacht sollen es sogar mehr als 300 Einsätze für die Feuerwehrkräfte werden. Die sichtlich erleichterte Landrätin konnte heute dann vermelden: Menschen sind nicht zu Schaden gekommen, auch wenn viele eine Nacht in Angst verbracht haben.
Cornelia Weigand (parteilos), Landrätin Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Ich glaube, da braucht man nicht viel Fantasie, wenn Sie mit dem Leben davongekommen sind und es fängt wieder an zu regnen, dann wird es schwierig, und wenn viel Regen angekündigt ist und Pegelprognosen da sind, die vor einem Hochwasser warnen, dann wird es schwierig, und wenn dann später die Einsatzkräfte unterwegs sind, dann wird es schwierig, das haben wir mitbekommen.“
Auch die umfassende und frühzeitige Warnung der Bevölkerung dürfte wohl dafür gesorgt haben, dass die meisten heute Nacht mit dem Schrecken davon gekommen sind. Ein Umstand, den heute auch Kai Malik-Buchholz bekräftigt.
Kai Malik-Buchholz, Anwohner Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Sehr gut übers Handy und halt auch über die Sirenen, die hier waren. Das ist alles wunderbar gelaufen. Man hat ja auch mitgekriegt durch die Medien, dass beim Katastrophenschutz alle schon zusammengesessen hatten und das war ein wunderbares Miteinander und das hat uns auch gut geholfen, dass die auch schon vorher gewarnt haben.“
Die Ahr verlassen will er trotz des neuerlichen Schreckens nicht. Kai Malik-Buchholz sagt, er und seine Familie seien hier verwurzelt, komme, was da wolle.









