Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Feldhasen-Forschung im Pfälzerwald

Mai 2, 2024

Meistens lebt der Feldhase auf freien Flächen, findet seine Nahrung auf Feldern und Wiesen. Aber es gibt auch Feldhasen, die im Wald leben, zum Beispiel im Pfälzerwald. Wie sie dort leben und wie die Hasen den Wald beeinflussen, das erforschen jetzt Wissenschaftler.

„Dann hat man diesen Piepton dazwischen, das ist das Signal von dem Hasen. Jetzt versuche ich herauszufinden, wo es am lautesten ist, also sie ist auf jeden Fall irgendwo in diesem Gebiet, wo genau kann ich noch nicht sagen, aber wir würden dann einfach weiterfahren und gucken, ob wir irgendwo ein besseres Signal hereinbekommen.“

Mit einer Antenne und einem GPS-Empfänger fährt Stefanie Czaja durch den Pfälzerwald. Die Biologin ist auf der Such nach einer Häsin.

Stefanie Czaja, Biologin
„Wir finden sie schon recht regelmäßig, der erste Anlaufpunkt ist immer ein hohes Gebiet. Hier zum Beispiel sind wir recht hoch, wir haben einen guten Blick in die Täler, da hat man dann einfach ein besseres Signal, als wenn man vom Tal nach oben guckt.“

Zu Fuß geht die Suche nach der Häsin weiter.

„Vielleicht da hinter der Kuppe. Mal gucken.“

Insgesamt vier Hasen sind von den Mitarbeitern der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft mit einem Sender ausgestattet worden. Hier hoppelt einer an einer Wildkamera vorbei.

Stefanie Czaja, Biologin
„Wir fangen die Hasen mit einem Netz, das an einer Drohne hängt, und die kriegen dann so ein Halsband um, einfach einen Silikonschlauch und daran hängt ein GPS-Sender mit einer kleinen Batterie.“

Die Forscher versuchen herauszufinden, was die Hasen im Wald machen, welche Kräuter und Blätter sie fressen und ob sie sich im Pfälzerwald überhaupt vermehren können.

Stefanie Czaja, Biologin
„Wir wissen auch nicht, wie der Feldhase auf den Wald wirkt. Jedes Tier, das im Wald lebt, hat einen Einfluss auf den Wald, wie der sich entwickelt. Darüber weiß man eben auch noch gar nichts.“

Denn, kaum zu glauben, die Hasen im Pfälzerwald sind noch nie erforscht worden.

„Sie muss auf jeden Fall recht nah sein.“

Und da ist sie auch endlich und schon wieder weg, zu schnell für unsere Kamera. Aber die gesuchte Pfälzerwald-Häsin wird so ähnlich aussehen wie dieses Langohr. Die Daten der Häsin liest Stefanie Czaja in ihrem Büro in Trippstadt aus. Das Forschungsprojekt wird vom Land Rheinland-Pfalz und zwei Stiftungen finanziert.

Stefanie Czaja, Biologin
„Was man schon jetzt sehen kann, ist auf jeden Fall, dass die Hasen nachts hauptsächlich auf den offenen Flächen unterwegs sind, also auf den Wildwiesen oder Forstwegen und tagsüber im Wald. Wir nehmen natürlich auch den Verbiss auf, also welche Bäume werden von den Hasen angeknabbert. Und die Forstwirte können dann so ihre waldbaulichen Ziele besser anpassen, die können die Hasen mit in der Waldentwicklung berücksichtigen.“

Hier hat ein Hase zugebissen.
Wie viele Langohren genau im Pfälzer Wald leben, ist nicht bekannt. Aber auch das will Stefanie Czaja herausfinden. Das Feldhasenforschungsprojekt läuft bis 2026.