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Pechstein-Ausstellung in Wiesbaden

Mai 2, 2024

Egal wie das Wetter ist, wer die Sonne sucht, findet sie zurzeit in Wiesbaden, genauer im Museum Wiesbaden. „Die Sonne in Schwarzweiß“ heißt eine Ausstellung, eine große Retrospektive mit 160 Werken eines der berühmtesten deutschen Expressionisten. Max Pechstein ist bis Ende Juni zu Gast in der hessischen Landeshauptstadt.
Ob eher weiß oder orangerot. Sie strahlt in den unterschiedlichsten Farben. Ein ganzer Raum voller Sonnenaufgänge von Max Pechstein. So viele expressionistische Sonnenbilder sind überhaupt noch nie zusammen ausgestellt worden.

Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung
„Für Max Pechstein war die Sonne tatsächlich eines der zentralen Motive. Mit der hat er sich von Anfang an beschäftigt, eigentlich von 1906, seit der ‚Brücke‘-Zeit, bis zu seinen letzten Arbeiten in den 50er Jahren.“

Die Ausstellung startet mit einer bedeutenden Leihgabe. Einem Max Pechstein, der auch am Boden liegend, einen Wert von 3,2 Millionen Euro erzielt. Für diesen nicht unerheblichen Betrag hat ein Sammler im vergangenen Jahr das Selbstbildnis ersteigert. Max Pechstein lebt von 1881 bis 1955; sein Berufsleben startet er als Dekorationsmaler, erst später studiert er Kunst.

Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung
„Man sieht natürlich seine Lebensfreude, also dieses Durch-und-durch-Verständnis, dass der Mensch zur Natur gehört, dass das zueinander gehört und dass das eben nicht zu trennen ist. Also, dass Natur und Mensch eine Einheit bilden und dass man aufeinander angewiesen ist. Und das man ja auch versuchen muss, miteinander auszukommen und deswegen ist auch der Titel ‚Die Sonne in Schwarzweiß‘ eben auch etwas, was immer zwei Seiten hat, einerseits natürlich das Positive, andererseits das Negative, aber irgendwie muss man schauen, dass man das in eine Richtung bekommt und das hat Max Pechstein eben geschafft.“

Der Künstler schafft Bedeutendes. Er ist Mitbegründer der Künstlergruppe Brücke. Sie gilt heute als wichtigster Vertreter des Expressionismus. Auch nach der Auflösung der Brücke bleibt Max Pechstein erfolgreich. Seine ganz spezielle Art zu malen, ist beliebt.

„Die Farben, die Zeit, in der er gemalt hat und seine Sonne natürlich.“
„Und die Brücke und diese Art sich da zu integrieren und wieder auszuscheiden, dieses Naturbewusste.“
„Und ich bin jetzt erstaunt, wie vielfältig der Mann ist, was der wirklich alles drauf hat, auch das hier ist so beeindruckend, hat eine unglaubliche Wärme, die herüberkommt von seinen Bildern.“

Unglaublich farbenfrohe Bilder. Für die Nazis „Entartete Kunst“, die sie aus den Museen entfernt. Max Pechstein übersteht die Zeit. Er stirbt 1955. Zeitlebens ein Optimist. Ob in Schwarzweiß oder in Farbe.
Bis zum 30. Juni bleibt die Sonne im Museum Wiesbaden.