Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Konferenz zur Integration in den Arbeitsmarkt

Apr. 29, 2024

Ob Handwerker, Krankenpfleger oder Busfahrer – in allen Bereichen fehlen Arbeits- und Fachkräfte. Doch während viele Unternehmen händeringend nach Personal suchen, gibt es gleichzeitig Menschen, die einfach nicht richtig im Arbeitsmarkt ankommen. Geringqualifizierte, Geflüchtete mit geringen Sprachkenntnissen und Langzeitarbeitslose. Sie sollen in Zeiten des Arbeitskräftemangels nicht vergessen werden. Darüber haben heute verschiedene Branchenvertreter in Mainz diskutiert.
Fahrermangel im ÖPNV, schon länger ein Problem. Die Mainzer Verkehrsbetriebe reagieren darauf vor zwei Jahren mit einem speziellen Projekt für Arbeitslose mit Migrationshintergrund. Persönliche Betreuung und Sprachkurse erhöhen hier die Chance für einen erfolgreichen Berufsabschluss und machen am Ende aus einstigen Leistungsempfängern Steuerzahler.

Jochen Erlhof, Geschäftsführer Mainzer Verkehrsgesellschaft
„Und das Projekt ist sehr erfolgreich. Es haben zwölf Mitarbeiterinnen angefangen und zehn davon waren nach zehn Monaten am Abschluss und sind nach wie vor bei uns tätig. Das ist für solche Projekte eine tolle Quote und die anderen beiden, die haben wir auch noch nicht aufgegeben. Sprich da wird noch weiter geschult.“

„Gemeinsam für Arbeitsmarktintegration und Arbeitskräftesicherung“ – so das Motto bei der heutigen, von 17:30 SAT.1 Live Moderator Markus Appelmann moderierten Beschäftigungskonferenz in Mainz. Es lohne sich, Menschen eine Chance zu geben sagt der rheinland-pfälzische Arbeitsminister.

Alexander Schweitzer (SPD), Arbeitsminister Rheinland-Pfalz
„Mir ist wichtig, dass wir die Menschen, die es noch nicht geschafft haben, in den Arbeitsmarkt zu kommen, weil ganz unterschiedliche Hemmnisse sie davon abhalten, oftmals auch kein Schul- oder Berufsabschluss oder manches mehr, dass wir sie motivieren, aber auch begleiten, aber auch einfordern, dass sie sich am Arbeitsmarkt engagieren und dafür haben wir eigene Programme auf dem Weg gelegt. Am Ende muss stehen: Menschen sollen in Arbeit kommen, damit sie sich ein gelingendes Leben organisieren können.“
Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz
„Das Fehlen von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist momentan der größte Bremsklotz, den die Unternehmen haben hier. Deswegen ist uns fast jedes Mittel recht, Beschäftigte für die Tätigkeiten in unseren Unternehmen zu erwerben und deswegen kann ich nur sagen: Jede Stunde und jede Hand zählt. Wir nehmen alles, was wir kriegen können.“

Laut der Gewerkschaften dürfe es aber nicht um Arbeitsvermittlung um jeden Preis gehen, sondern nur um Vermittlung in gute Arbeit.

Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland
„Zusammenhalt in der Gesellschaft, das ist auch ein wichtiger Punkt, und wir dürfen die Menschen nicht alleine lassen und auf der Strecke lassen sondern wir müssen alle integrieren und das müssen wir mit gutem Beispielen tun und mit Mut und mit Optimismus und dafür war die Veranstaltung heute da.“

Beispiele wie der Bopparder Baumaschinenhersteller BOMAG, der mit der Unterstützung von so genannten Transformationsbegleitern berufliche Quereinsteiger neu qualifiziert und damit eigene Fachkräftelücken schließt.
Mehr Arbeitgeber über solche Integrationswege informieren und davon überzeugen und auch Menschen mit ungeraden Lebensläufen eine Chance zu geben – dafür waren die heutigen Gespräche ein Anfang.