Negativpreis „Plagiarius“ für dreiste Produktfälschung
Diese Murmelbahn für Kinder stammt aus der Schweiz. Hergestellt in Handarbeit – aus nachhaltigem, unbehandelten Birkenholz. Und hier die dreiste 1:1-Kopie aus China. Selbst auf den zweiten Blick kaum als Fälschung zu erkennen. Und hätten Sie erkannt, dass dieser VW Käfer in der Lego Edition nichts weiter als eine plumpe Fälschung aus Holland ist? Bis ins kleinste Detail dem Original aus Wolfsburg nachempfunden – selbst der Name des Produkts wurde einfach übernommen. Leider kein Einzelfall – überall auf der Welt wird gefälscht, was das Zeug hält.
Christine Lacroix, Negativpreis „Plagiarius“
„Das sieht man sowohl an den Zahlen des Zolls, dass das ständig zunimmt und sich auf sehr hohem Niveau bewegt. Wir sprechen nicht von einem Kavaliersdelikt. Und es wird auch immer dreister. Wir haben auf der einen Seite immer mehr Vielfalt von Plagiaten, Fälschungen, Fake-Shops und dem ganzen Identitätsklau und allem. Das ist wirklich alles mit dabei. Und auf der anderen Seite auch immer mehr gefährliche Plagiate. Und das zeigt natürlich wieder die Skrupellosigkeit der Fälscher.“
Gefährlich wird es etwa bei gefälschten Fahrzeugteilen, die qualitativ so minderwertig sind, dass sie dem Fahrer bei nächster Gelegenheit um die Ohren fliegen, oder bei auch bei gefälschten Kinderspielzeugen aus Fernost, die mit hochgiftigen Schadstoffen belastet sind.
Doch nur ein Produktpirat ist dermaßen dreist, dass er den ersten Platz beim Negativpreis „Plagiarius“ erhält: In diesem Jahr ist das ein großer Glashersteller aus Bayern, der die Gläser einer Manufaktur aus Österreich so identisch kopiert, dass selbst Experten Schwierigkeiten haben, sie auseinander zu halten.
Christoph Hinterleitner, Zalto Glas GmbH
„Zuerst konnten wir es gar nicht glauben. Und dann waren wir eigentlich überrascht, dass gerade so ein renommierter Hersteller, der selber eigentlich der Wegbereiter des funktionellen Weinglases war, unsere Gläser 1:1 nachmacht.“
Der Gesamtschaden durch Produktfälschungen wird weltweit auf mehr als 400 Milliarden Euro im Jahr geschätzt – das entspricht in etwa 2,5 Prozent des gesamten Handelsvolumens. Deutschen Firmen entsteht dabei ein Schaden von geschätzt 17 Milliarden Euro. Dabei gelten nicht nur täuschend echte Kopien als Produktpiraterie, auch Waren, die bewusst auf bekannte Produkte oder Markennamen anspielen, sind Fälschungen und deshalb verboten.









