Bürgerbegehren gegen Tauben-Tötung in Limburg
Rund 700 Tauben bevölkern Limburg. Zu viele, befinden Umweltausschuss und Stadtrat. Tonnenweise Kot werde zum Problem für Gesundheit und Gebäudesubstanz. Mitte November beschließen die Limburger Stadtverordneten, die Plage durch gezielte Tötungen in den Griff zu bekommen.
Das geht einer Gruppe von Taubenschützern viel zu weit. Unter dem Motto „Stoppt das Taubentöten“ starten sie ein Bürgerbegehren. Wochenlang rühren sie die Werbetrommel und sammeln Unterschriften. Rund 3800 kommen bis heute Mittag zusammen und werden im Rathaus übergeben.
Melanie Leonhardt, Stadttaubenprojekt Limburg
„Es kann eben nicht sein, dass jahrelang verschlafen wurde, ein vernünftiges Stadttaubenmanagement einzuführen und jetzt ist der Druck groß. Das Ziel des Begehrens ist in erster Linie, den Beschluss der Stadt aufheben zu können, um dann eben die Hoffnung zu haben, dass sie sich wieder auf die tierfreundliche Lösung besinnt, die ja ursprünglich auch mal im Gespräch war. Nämlich die betreuten Taubenhäuser.“
Ehrenamtliche des Stadttaubenprojekts Limburg pflegen seit Jahren verletzte oder kranke Tauben. Sie setzen sich weiter für betreute Taubenhäuser und eine Geburtenkontrolle durch den Austausch mit künstlichen Eiern ein. Für einen Bürgerentscheid sind die Stimmen von zehn Prozent der Limburger Wahlberechtigten nötig, also 2.672 gültige Unterschriften. Ob die vorliegen, wird nun von der Stadt geprüft.
Silke Derichs, Hauptamtsleiterin Stadt Limburg
„Dann wird die Stadtverordnetenversammlung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden und entscheiden, ob entweder der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufgehoben wird oder ein Bürgerentscheid durchgeführt wird.“
Der müsste dann innerhalb von drei bis sechs Monaten folgen. Um den Beschluss zur Tötung der Tauben doch noch zu kippen, müssten ein Viertel der Limburger Wahlberechtigten so abstimmen.
Wie lange die aktuelle Prüfung dauern wird, hängt wohl auch davon ab, wie viele Unterschriften noch nachgereicht werden. Die Frist endet um Mitternacht. Die Taubenschützer wollen diese Zeit nutzen und so das Wohl der Stadttauben in die eigene Hand nehmen.









