Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Büroleerstand in Frankfurt

Jan. 24, 2024

Frankfurt gehört seit Jahrzehnten zusammen mit den Metropolen Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf zur Top 5, wenn es um Büroimmobilien geht. Doch gerade in der Mainmetropole ist in den letzten Jahren der Büro-Leerstand enorm gewachsen. So stehen heute 1 Million Quadratmeter Büroflächen leer. Ortstermin in der Bankenmetropole.
Hoch über Frankfurt im 26. Stock – gähnende Leere. Jeder zehnte Büroquadratmeter der Metropole ist derzeit unvermietet. Dabei hat der „Tower 185“ als vierthöchster Wolkenkratzer Deutschlands eine tolle Aussicht zu bieten, wenn auch zu deftigen Preisen. Dass Büros schwer an den Mann zu bringen sind, dafür machen Makler nicht nur die wirtschaftliche Lage, die hohe Inflation und die hohen Zinsen verantwortlich.

Kevin Nguyen, Geschäftsführender Gesellschafter Blackolive
„Definitiv kein gutes Jahr für den Frankfurter Büromarkt. Neue Trends haben dazu geführt, wir haben Themen wie Homeoffice oder andere Sachen. Unternehmen müssen sich grundsätzlich neu finden und das spiegelt sich auch auf dem Büroflächenmarkt wieder.“

Laut Umfragen arbeitet inzwischen fast die Hälfte der Frankfurter Büroangestellten von zuhause aus – mit schwerwiegenden Folgen. In den vergangenen sieben Jahren hat sich das Geschäft mit den Büroflächen nahezu halbiert, nur im ersten Corona-Jahr wurde noch weniger neu vermietet.
Wir wechseln die Straßenseite: Auch gegenüber im sogenannten „One“ stehen 7.000 Quadratmeter leer, aber immerhin gibt es hier mehrere Interessenten. Laut Chefmakler Michael Preuße laufen die Wolkenkratzer in der Innenstadt immer noch gut, die älteren Büroflächen in den Außenbezirken seien das Problem. Denn die entsprächen in Punkto Nachhaltigkeit oft nicht den heutigen Standards und müssten erst aufwendig umgebaut werden.

Michael Preuße, Leiter Bürovermietung NAI Apollo
„Wenn man heute die Entscheidung trifft, dass man umziehen möchte, sich in neuen Büroflächen platzieren möchte, dann müssen die entsprechend nachhaltig sein und eben auch für die Zukunft aufgestellt sein.“

Außerdem geht der Trend dahin, eher kleine Büroflächen anzumieten. Angesichts des hohen Wohnungsmangels könnte ein Teil der Büros auch in Wohnungen umgewandelt werden. Doch der Umbau wäre kostspielig.

Michael Preuße, Leiter Bürovermietung NAI Apollo
„Da die Baukosten einfach extrem hoch sind, die Zinsen extrem hoch sind und man eigentlich als Entwickler diese Projekte nicht mehr finanzieren kann, beziehungsweise dann auch schwer einen Endinvestor findet.“

Die Stadt Frankfurt hat zuletzt diese bisherigen Bankgebäude angemietet, um dort zwei Schulen unterzubringen. Mietkosten pro Jahr: 13 Millionen Euro.
Kevin Nguyen geht davon aus, dass spätestens in zwei Jahren wieder mehr Firmen ihre Mitarbeiter in die Büros schicken und der Markt sich erholt. Bis dahin dürften in Frankfurt aber deutlich weniger neue Bürogebäude entstehen.