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Ein Zentrum für Start-ups in Darmstadt

Jan. 22, 2024

Eine Erfolgsnachricht aus Südhessen: In Sachen Start-up-Gründungen ist Darmstadt den beiden Großstädten Berlin und München dicht auf den Fersen. 2022 noch Platz 13 deutschlandweit, im letzten Jahr schon auf Platz 3. Bekannt ist Darmstadt schon lange für Kunst und Kultur – was aber macht die Stadt nahe Frankfurt zur Gründer-Hochburg?
Er sieht aus wie ein Hund – hat aber andere Qualitäten: Dieser Roboter auf vier Pfoten ist ein echter Darmstädter. Entwickelt von der Firma Energy Robotics – einem Start-up, genauer gesagt: einer Ausgründung aus der Technischen Universität Darmstadt. Dabei sieht der Roboter-Hund nicht nur putzig aus: Er hat es auch faustdick hinter den nicht vorhandenen Ohren.

Marc Dassler, Geschäftsführer und Mitgründer Energy Robotics
„Das, was wir gerade den Robotern beibringen, ist die Fähigkeit, zu verstehen, was sie tatsächlich beobachten müssen in ihrer Umgebung. Momentan muss man dem Roboter jeweils beibringen, wo er drauf zu schauen, was er zu tun hat. Aber schon im nächsten Jahr wird es möglich sein, dass der Roboter einfach durch die Bereiche durchläuft, durch eine Anlage durchläuft und automatisch identifiziert, wo er praktisch die Inspektion durchführen muss.“

Programmiert – und gewissermaßen zu mehr Selbständigkeit erzogen, dreht der Hund auf dem Außengelände des Gründerzentrums HUB 31 seine Runden. Und genau hier liegt auch eines der Erfolgsgeheimnisse des Darmstädter Zentrums: Es gibt nicht nur Büros, sondern auch Labore, Werkstätten und Versuchsflächen. Dazu zentrale Treffpunkte zum Gedankenaustausch – und jede Menge Unterstützung.

Laura Abascal, Geschäftsführerin HUB 31
„Wir machen eben nicht nur die Vermietung für die Gründer*Innen. Sondern wir sind auch wirklich aktiv in der Vernetzung. Wir sorgen dafür, dass die Start-ups Beratung erhalten, Coaching. Wir sind unterstützend dabei, Mentor*Innen für die Teams zu suchen. Und wir arbeiten vor allem auch mit Partner*Innen aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.“
Klaus Ahrend, Geschäftsführer HUB 31
„Gründer brauchen Unterstützung, brauchen Partner, brauchen Vernetzung. Insofern sind wir stolz, dass wir hier über 40 Partner neben den Start-ups haben, die die Unternehmen unterstützen. Seien es frühe Start-ups, seien es auch große. Unser größtes hat schon über 100 Mitarbeiter.“

Normalerweise überlebt von zehn Start-ups gerade einmal eines. Im HUB 31 ist dieses Verhältnis genau umgekehrt: neun von zehn Neugründungen sind so erfolgreich, dass sie sich am Markt etablieren. Dass sich ausgerechnet Darmstadt zum Mekka für Start-ups entwickelt hat, kommt für den Oberbürgermeister nicht von ungefähr.

Hanno Benz (SPD), Oberbürgermeister Darmstadt
„Wir sind Wissenschaftsstadt. Und die Entscheidung, dass Darmstadt Wissenschaftsstadt wurde, hat dazu geführt, dass wir hier über 40 wissenschaftliche Einrichtungen haben. Wir haben einen guten und gesunden Branchenmix. Wir haben 48.000 Studierende an drei Hochschulen in Darmstadt.“

Ein riesiges Potential also, das so wie hier bei Energy Robotics rege genutzt wird. Die meisten Mitarbeiter haben, wie auch der Firmengründer selbst, an der TU Darmstadt studiert. Man fühlt sich hier zu Hause.

Marc Dassler, Geschäftsführer und Mitgründer Energy Robotics
„Wir bleiben auf jeden Fall in Darmstadt. Darmstadt ist unser Herz.“

Froh ist man im HUB 31 übrigens auch über den schwarz-roten Koalitionsvertrag: Da steht nämlich drin, dass das Land Hessen künftig deutlich mehr Geld in die Hand nehmen will, um Start-ups zu fördern. Gerade erst hat das Zentrum 1.000 Quadratmeter neue Fläche angemietet. Neue Gründer sind jederzeit herzlich Willkommen.