Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Agentur für Arbeit zieht Bilanz

Dez. 12, 2023

Das Jahr 2023 – es war kein leichtes für Deutschland – wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Folgen des Krieges in der Ukraine, ein großer Zuwachs an Asylsuchenden aus Krisenländern – das macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Allerdings gar nicht unbedingt negativ, wie die Agentur für Arbeit in Rheinland-Pfalz heute verkündet hat.
Mit Freude blickt Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz, auf die Zahl der Beschäftigten im Land. Mehr und mehr Menschen finden den Weg in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Vor allem solche mit ausländischem Pass. Gleichzeitig steigt aber die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr auf 4,9 Prozent.

Heidrun Schulz, Leiterin Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz
„Dass die Arbeitslosigkeit steigt, ist eigentlich auch mit eine Folge der Einwanderung, die wir hatten, wo wir im Moment auch eine Übergangsphase zwischen vielen Sprachkursen und dem Ankommen im Arbeitsmarkt haben. Und dann muss man allerdings schon auch sagen, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr in der Form aufnimmt, generell nicht mehr in der Form aufnimmt, wie er das im vergangenen Jahr gemacht hat.“

Die rheinland-pfälzischen Unternehmen melden rund neun Prozent weniger freie Stellen als noch im Vorjahr. Und trotzdem, sollte man doch meinen, dass Arbeitslosigkeit und freie Stellen eine gute Kombination sind. Allerdings ist die Rechnung nicht immer so einfach.

Heidrun Schulz, Leiterin Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz
„Wir haben bei den Arbeitslosen sehr viele, die keine Ausbildung haben. Die passen nicht immer1:1 auf die Stellen, die gemeldet werden, denn dort sind die Mehrzahl der Stellen solche, die eine Ausbildung voraussetzen.“

Deshalb gelte es umso mehr, junge Menschen in Ausbildung zu bringen. Es gebe aber deutlich weniger Bewerber als Stellen. Auch in diesem Jahr bleiben 3.900 Ausbildungsplätze unbesetzt.
Eine positive Entwicklung sieht Schulz im Bereich der Weiterbildung. Durch die Einführung des Bürgergeldes zu Jahresbeginn hätten sich die Weiterbildungsmöglichkeiten in Jobcentern deutlich verbessert und fänden auch immer größeren Anklang. Eine Entwicklung, die Mut macht für das kommende Jahr.

Heidrun Schulz, Leiterin Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz
„Wir sind sehr zuversichtlich und haben alle Anzeichen dafür, dass Rheinland-Pfalz auch im nächsten Jahr sich gut platziert, auf dem dritten Rang im Bundesgebiet, was die Arbeitsmarktsituation anbelangt. Die Beschäftigung, wird vorausgesagt, wird leicht weiter steigen. Die Arbeitslosigkeit wird auch weiter leicht ansteigen.“

Allerdings wohl nicht mehr so stark wie in diesem Jahr. Zugewanderte, die aktuell noch Sprach- und Integrationskurse besuchen und daher arbeitslos gemeldet sind, könnten den Weg in den Arbeitsmarkt finden. Und dadurch einen wichtigen Beitrag leisten, um Rheinland-Pfalz im Ranking der Bundesländer mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten ganz weit oben zu halten.