Wie weiter im Frankfurter Bahnhofsviertel?
Das Frankfurter Bahnhofsviertel, es ist in Teilen geprägt durch diese Bilder. Elend und Verwahrlosung auf der Straße. Rund 300 Drogenabhängige zählt die Stadtpolizei hier. Vor allem das Geschäft mit Crack hat stark zugenommen. Dazu vielerorts Müll und beißender Uringeruch. Corona hat viele Probleme verstärkt, etwa eine Verlagerung der Prostitution durch geschlossene Bordelle. All das schreckt Kunden ab, weiß Monika Bauer. Seit über zehn Jahren leitet sie hier im Viertel eine Tanzschule.
Monika Bauer, Inhaberin Tanzschule Monika Bauer
„Viele Eltern, die sagen: ‚Nein, lieber nicht Bahnhofsviertel, da schicken wir unsere Kinder nicht hin.‘ Die Eltern haben natürlich noch ein bisschen Sorge, dass hier nicht so drauf geachtet wird, dass die Polizei nicht da ist und dass die Kinder dann eventuell gefährdet sind. Das ist schon ein großer Rückgang gewesen.“
Damit das Bahnhofsviertel attraktiver wird, fordert sie eine stärkere Kriminalitätsbekämpfung. Das wünscht sich auch Numan Cosgun, der mit seiner Familie einen Lebensmittelmarkt führt. Immer wieder komme es zu Diebstählen, Ziel seien häufig seine Lieferanten. Die Polizei, die seit geraumer Zeit auf mehr Präsenz und Razzien setzt, beobachtet noch ein anderes Problem.
Matthias Heinrich, Leiter Stadtpolizei Frankfurt
„Dann müssen wir leider feststellen, dass die Aggressivität im Bahnhofsgebiet, sowohl untereinander von der Klientel, die hier dann betroffen ist, als auch gegenüber der Polizei und Stadtpolizei, deutlich zugenommen hat. Und auch die Waffen immer mehr zum Einsatz kommen, aller Art. Sodass wir hier eine ziemliche Situation haben, die uns Sorgen macht.“
Schon länger fordert die Polizei daher eine Waffenverbotszone und damit mehr Befugnisse – ohne, dass erst eine Straftat vorliegen muss. Unterstützung kommt von der Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst.
Stephanie Wüst (FDP), Wirtschaftsdezernentin Frankfurt
„Ich glaube, das ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Bahnhofsviertels. Die Polizei hat eine Handhabe, Waffen wie Messer oder auch andere Gegenstände zu konfiszieren. Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Schritt, um der Polizei auch einfach mehr Handhabe zu geben hier im Viertel. Um auch mal durchgreifen zu können, da wo es wirklich brenzlig wird und Gefahren schneller aus dem Weg zu räumen.“
Doch dafür braucht es erst noch die politische Mehrheit im Stadtparlament. So werden auch Rufe nach mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum und einem Ausbau der Sozialarbeit laut. Dass das Bahnhofsviertel auch Vorteile hat, zeigt die Firma Blockchain HELIX. Das digitale Startup schätzt die zentrale Lage, günstige Miete und vielen Geschäftspartner in der Gegend. Damit die auch bleiben und sich Mitarbeiter wie Kunden sicher fühlen, wird sich aber noch vieles ändern müssen.









