Dem Terror entkommen – Deutsche aus Israel zurückgekehrt
Tränen der Erleichterung und der Dankbarkeit. Dankbar, sich wieder in die Arme fallen zu können. Es nach Hause geschafft zu haben.
Luis Georg Müller, Rückkehrer
„Als der Flug losging, musste ich auch weinen. Weil ich wirklich Freunde da habe, die jetzt im Krieg sind. Während ich jetzt das Privileg habe, hier in Deutschland zu sein.“
Daniela Krebsbach-Hadad, Angehörige
„Heilfroh. Und jetzt möchte ich einfach nur mit meiner Familie nach Hause. Und ja, wir sind jetzt einfach nur erleichtert und heilfroh.“
Alexa Velten, Rückkehrerin
„Eigentlich können wir es noch gar nicht richtig fassen. Und ich bin auch immer noch in dem Modus, dass ich Nachrichten checke. Dass ich checke, wie sieht es in Israel aus, wie geht es den Leuten vor Ort. Ich checke immer noch diesen Alarm. Und wir haben auch immer den Flightradar gecheckt: Fliegen die Flieger auch noch? Also funktioniert der Flughafen noch?“
Er funktioniert – noch. 372 Menschen hat diese Lufthansa-Maschine gestern Abend sicher nach Frankfurt gebracht. Insgesamt sind acht Flüge von Tel Aviv nach München und Frankfurt geplant. Doch vielen hat das zu lange gedauert: Fünf Tage sind vergangen bis die ersten Deutschen vom Auswärtigen Amt aus dem Land gebracht wurden.
Marc Velten, Rückkehrer
„Es waren alle Flüge gecancelt, die wir auch privat gebucht hatten. Wir waren quasi wirklich am Ende. Und die Aussage, dass genügend Linienflüge da sind und dass man die einfach buchen soll, das stimmt einfach nicht. Wir waren mit drei Erwachsenen und vier Kindern unten. Sind dann von den Angriffen überrascht worden. Sind bei uns auch im Hotel mit Raketenangriffen, also der Stadtteil ist mit Raketen angegriffen worden. Wir haben dann in innenliegenden Treppenhäusern das abgewartet.“
Zurückgeholt werden an diesem Tag nicht nur Urlauber, sondern auch Menschen, die in Israel leben und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Wie diese Frau, die uns aus Furcht ihren Namen nicht nennen möchte.
„Ich wohne da schon seit zehn Jahren und ich bin nie weg. Es waren einige Anschläge, aber ich bin nie weg. Aber dieses Mal ist es anders. Es ist fürchterlich, was sie mit den Geiseln machen. Wie die die Leute abgeschlachtet haben auf dem Festival. Wie sie da in die Kibbuze reingegangen sind. Das sind Tiere.“
Für sie stand bereits am Samstag fest, dass sie Tel Aviv mit ihrer Familie verlassen wird. Als die Buchungen für die Sonderflüge freigeschaltet werden, dauert es Stunden, bis sie auch wirklich Plätze ergattern kann.
„Man musste das telefonisch buchen. Und währenddessen gab es einen Terroralarm. Also dass Terroristen da, wo ich bin, in der Gegend sind. Und ich hab das Haus abgedunkelt. Ich wollte diese Warteschleife nicht verlieren. Ich habe das Haus abgedunkelt und saß vor dieser Warteschleife. War da dreieinhalb Stunden in dieser Warteschleife und habe auf diesen Flug gewartet.“
Gegen 20 Uhr wird heute die vorerst letzte Lufthansa-Maschine erwartet. Das Auswärtige Amt hat angekündigt, für Sonntag noch zwei Condor-Flüge zu organisieren.
Sie haben jedenfalls Glück gehabt, dass sie aus Israel herauskamen. Ein Glück, das viele Opfer des Terrors nicht haben. Für die Einheimischen ist eine Ausreise kaum möglich.
Nachdem in Frankfurt eine geplante pro-palästinensische Demonstration untersagt wurde, ist die Anmelderin der Kundgebung heute in Gewahrsam genommen worden. Sie soll in einem Livestream Massaker der Hamas heruntergespielt und abgestritten haben. Gemeinsam mit anderen Personen wurde sie bei einer spontanen Veranstaltung im Frankfurter Stadtteil Gallus wegen volksverhetzender Äußerungen gegen die israelische Regierung festgenommen.









