Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Solidaritätsdemo für Israel in Mainz

Okt. 12, 2023

Vergangene Nacht haben Unbekannte in Mainz eine israelische Flagge von einem Fahnenmast gerissen und angezündet. Die Überreste der angekohlten Flagge wurden heute Morgen vor dem Mainzer Stadthaus gefunden. Unweit fand erst gestern eine Solidaritätskundgebung für Israel statt. Unter dem Motto „Nein zu Terror. Ja zu Israel“ zeigten Hunderte Menschen ihre Solidarität mit Israel. Seit vergangenen Samstag herrscht dort Krieg, nachdem die radikal-islamische Terrororganisation Hamas Israel überfallen hat. Das veranlasst auch Menschen in Mainz, auf die Straße zu gehen.
Rund 300 Menschen versammeln sich hier in Mainz. Sie drücken ihre Solidarität mit Israel aus. Eine von ihnen ist Lea. Ihren richtigen Namen möchte sie vor der Kamera nicht nennen. Lea hat Familie in Israel. Neben Cousins lebt auch ihr Mann dort:

„Es ist so surreal, man geht einkaufen und man weiß trotzdem, dass Familienangehörige in Israel ermordet werden können oder im Gazastreifen. Das ist sehr, sehr schlimm. Das ist sehr, sehr bedrückend.“

Eigentlich wollte sie in ein paar Monaten nach Israel zu ihrem Mann ziehen – dort ein neues Leben aufbauen. Erst vor einer Woche ist sie aus Israel nach Mainz zurückgekehrt. Doch dann kam der Krieg.
Vergangenen Samstag überfallen Terroristen der radikal islamischen Hamas Israel. Rund 1.200 Israelis wurden bis jetzt dabei getötet. Israel antwortet jetzt mit Gegenoffensiven, greift die Grenzregion im Gazastreifen an.
Zu der Solidaritätskundgebung hat die Jüdische Gemeinde Mainz-Rheinhessen aufgerufen. Ihr Motto: „Nein zu Terror. Ja zu Israel“.

Aharon Ran Vernikovsky, Rabbiner Jüdische Gemeinde
„Eigentlich geht es um puren Judenhass. Und wer den Staat Israel verachtet, wer den Staat Israel ablehnt, der lehnt einen jüdischen Staat ab. Der lehnt also den Staat von Jüdinnen du Juden ab und damit auch das Judentum. Israel hat keine andere Wahl, als das zu tun, was es jetzt tun muss und wir – die jüdischen Gemeinden – erklären uns mit Israel solidarisch.“

Einige Menschen jüdischen Glaubens haben Angst davor, dass es jetzt auch in Rheinland-Pfalz zu tätlichen Angriffen auf Juden kommen kann. Die Landesregierung werde sehr genau hinschauen:

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz
„Wir sind natürlich auch sehr klar, was das Thema betrifft, wenn Menschen diese schreckliche Terrortat verherrlichen. Wir verurteilen das, dass das in Deutschland stattfindet. Denn ein solcher Gewaltausbruch, solche terroristische schreckliche Taten dürfen nicht verherrlicht werden und da muss das Land und der Staat auch sehr klar sein und das sind wir.“

Die Stimmung ist ergreifend. Viele zeigen sich über den Krieg entsetzt und sprechen sich klar gegen den Terror aus.

Andreas Ranke
„Ich bin schockiert, dass sowas im 21. Jahrhundert wieder möglich ist. Und mit welchem Fanatismus – mit welcher Menschenverachtung – Babys, kleine Kinder, alte Menschen, Frauen dort massakriert werden, Kopf abgeschnitten werden. Ich finde das absolut unerträglich.“
Mahan Wenzel
„Das Christentum hat jüdische Wurzeln, das darf man als Christ nie vergessen und deshalb bin ich auch hier, weil mir das am Herzen liegt, weil ich auch schlimm finde, was da zurzeit passiert.“
Daniel Heffes
„Was jetzt gerade in Israel passiert ist … eine Schande.“

Am Ende der Solidaritätskundgebung singen die Menschen. „Hevenu Shalom Alechem“. Auf Deutsch: „Wir wollen Frieden für alle.“


Ein starkes Zeichen. Und dazu passt noch diese Meldung: Auch in Hessen will man konsequent gegen Propaganda-Delikte im Zusammenhang mit dem Angriff auf Israel vorgehen. Das Innen- sowie das Justizministerium erklärten, dass künftig die Polizei schnell einschreiten und die Staatsanwaltschaften entsprechende Verfahren priorisieren werden. Justizminister Poseck wies ausdrücklich darauf hin: wer strafrechtlich verurteilt werde, für den könne der Aufenthalt in Deutschland schnell beendet sein.