Trotz Rechtsanspruch fehlen Kita-Plätze
Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – ein Gesetz, das es seit zehn Jahren gibt, das aber in der Umsetzung noch immer nicht funktioniert. Seit August 2013 steht jedem Kind ab dem ersten Geburtstag ein Betreuungsplatz per Gesetz zu. In der Realität sieht das aber oft anders aus, wie diese Familie aus Ludwigshafen zeigt.
Misha und seine Mama Christiane sind ein eingespieltes Team.
„Nimm‘s ruhig mit beiden Händen. Woah!“
Gemeinsam kochen, lesen oder basteln – die zwei haben ihren Spaß. Spaß, den sich Christiane Goulard für ihren fast dreijährigen Sohn aber auch in der Kita wünsche würde. Bei über zehn Kitas haben sie sich beworben. Bisher bleibt die Suche nach einem Betreuungsplatz in Ludwigshafen erfolglos.
Christiane Goulard, Mutter
„Es ist so, dass man Ende April wartet, ob man im Briefkasten einen Brief hat von einer Kita mit einer Zusage. Und wenn es Mai wird und man hat noch keine Zusage, dann hat man das Kind noch ein Jahr zu Hause. Da kommt dann jetzt schon auch die Wut auf. Gar nicht gegen die Erzieher oder gegen die einzelnen Kitas, sondern gegen die Gesamtsituation.“
Mit einem Platz können die Goulards frühestens in einem Jahr rechnen. Dann ist Misha fast vier Jahre alt. Für die Familie eine schwierige Situation, weil Misha der Alltag mit anderen Kindern fehlt. Und weil seine Mutter nicht arbeiten gehen kann.
Christiane Goulard, Mutter
„Natürlich ist es so, dass man auf ein Gehalt angewiesen bleibt. Ich, und das sage ich immer, ich bin in einer sehr privilegierten, luxuriösen Situation, dass es für uns okay ist. Aber natürlich hat man das anders geplant. Es geht auch um berufliche Weiterentwicklung. Es geht um komplette Jahre, die verschwinden im Loch. Es wird ja auch nicht wirklich anerkannt, dass ich dann jetzt vier, fünf Jahre zu Hause war.“
So wie Misha geht es vielen Kindern. Nach einer aktuellen Studie fehlen deutschlandweit rund 384.000 Kita-Plätze. In Rheinland-Pfalz sind das rund 19.000 Kita-Plätze für Kinder bis drei Jahre und rund 7.600 Plätze für Kinder ab drei Jahren. Insgesamt macht das rund 26.500 Plätze, die benötigt werden.
In Hessen haben rund 27.300 der unter-Dreijährigen keinen Platz. Bei den über-Dreijährigen sind es rund 9.900. Insgesamt fehlen in Hessen derzeit 37.200 Kita-Plätze.
Die Stadt Ludwigshafen, die im Fall von Misha für einen Betreuungsplatz zuständig ist, begründet den Mangel so:
Stadt Ludwigshafen
„Kitas müssen neu gebaut oder erweitert werden. In eng bebauten Stadtteilen fehlen hier oft die benötigten Grundstücksflächen. Zum anderen spürt die Stadt Ludwigshafen wie viele andere Arbeitgeber auch den Fachkräftemangel. Schon seit Jahren sind nicht alle Stellen für Erzieher*innen besetzt.“
Eine Situation, die sich laut Kathrin Gröning von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz so schnell auch nicht ändern wird und die deswegen noch viele Familien vor Probleme stellen wird.
Kathrin Gröning, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz
„Aus wissenschaftlicher Sicht ist es ganz klar so, dass die frühkindliche Bildung, das heißt der Besuch eines Kindergartens wesentlicher Gelingungsfaktor ist, wenn es später um Bildungserfolge auch im schulischen Bereich geht. Das heißt, wir produzieren an dieser Stelle einen Mangel bei den Kindern, für den weder die Kinder noch die Familien etwas können.“
Deswegen wollen sich die Goulards auf andere Art helfen: Sollte Misha auch im kommenden Jahr keinen Kita-Platz bekommen, werden sie diesen einklagen. Das steht Eltern nach der Gesetzesänderung im Jahr 2013 zu. Familie Goulard hofft aber, dass sie so weit nicht gehen müssen.
Misha und seine Mama Christiane sind ein eingespieltes Team.
„Nimm‘s ruhig mit beiden Händen. Woah!“
Gemeinsam kochen, lesen oder basteln – die zwei haben ihren Spaß. Spaß, den sich Christiane Goulard für ihren fast dreijährigen Sohn aber auch in der Kita wünsche würde. Bei über zehn Kitas haben sie sich beworben. Bisher bleibt die Suche nach einem Betreuungsplatz in Ludwigshafen erfolglos.
Christiane Goulard, Mutter
„Es ist so, dass man Ende April wartet, ob man im Briefkasten einen Brief hat von einer Kita mit einer Zusage. Und wenn es Mai wird und man hat noch keine Zusage, dann hat man das Kind noch ein Jahr zu Hause. Da kommt dann jetzt schon auch die Wut auf. Gar nicht gegen die Erzieher oder gegen die einzelnen Kitas, sondern gegen die Gesamtsituation.“
Mit einem Platz können die Goulards frühestens in einem Jahr rechnen. Dann ist Misha fast vier Jahre alt. Für die Familie eine schwierige Situation, weil Misha der Alltag mit anderen Kindern fehlt. Und weil seine Mutter nicht arbeiten gehen kann.
Christiane Goulard, Mutter
„Natürlich ist es so, dass man auf ein Gehalt angewiesen bleibt. Ich, und das sage ich immer, ich bin in einer sehr privilegierten, luxuriösen Situation, dass es für uns okay ist. Aber natürlich hat man das anders geplant. Es geht auch um berufliche Weiterentwicklung. Es geht um komplette Jahre, die verschwinden im Loch. Es wird ja auch nicht wirklich anerkannt, dass ich dann jetzt vier, fünf Jahre zu Hause war.“
So wie Misha geht es vielen Kindern. Nach einer aktuellen Studie fehlen deutschlandweit rund 384.000 Kita-Plätze. In Rheinland-Pfalz sind das rund 19.000 Kita-Plätze für Kinder bis drei Jahre und rund 7.600 Plätze für Kinder ab drei Jahren. Insgesamt macht das rund 26.500 Plätze, die benötigt werden.
In Hessen haben rund 27.300 der unter-Dreijährigen keinen Platz. Bei den über-Dreijährigen sind es rund 9.900. Insgesamt fehlen in Hessen derzeit 37.200 Kita-Plätze.
Die Stadt Ludwigshafen, die im Fall von Misha für einen Betreuungsplatz zuständig ist, begründet den Mangel so:
Stadt Ludwigshafen
„Kitas müssen neu gebaut oder erweitert werden. In eng bebauten Stadtteilen fehlen hier oft die benötigten Grundstücksflächen. Zum anderen spürt die Stadt Ludwigshafen wie viele andere Arbeitgeber auch den Fachkräftemangel. Schon seit Jahren sind nicht alle Stellen für Erzieher*innen besetzt.“
Eine Situation, die sich laut Kathrin Gröning von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz so schnell auch nicht ändern wird und die deswegen noch viele Familien vor Probleme stellen wird.
Kathrin Gröning, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz
„Aus wissenschaftlicher Sicht ist es ganz klar so, dass die frühkindliche Bildung, das heißt der Besuch eines Kindergartens wesentlicher Gelingungsfaktor ist, wenn es später um Bildungserfolge auch im schulischen Bereich geht. Das heißt, wir produzieren an dieser Stelle einen Mangel bei den Kindern, für den weder die Kinder noch die Familien etwas können.“
Deswegen wollen sich die Goulards auf andere Art helfen: Sollte Misha auch im kommenden Jahr keinen Kita-Platz bekommen, werden sie diesen einklagen. Das steht Eltern nach der Gesetzesänderung im Jahr 2013 zu. Familie Goulard hofft aber, dass sie so weit nicht gehen müssen.









