Feriensprachkurse für Schüler
Ihr Finger schnellt am häufigsten in die Luft. Hillary Cori ist 14 Jahre alt und vor einem Jahr aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland gekommen.
Hillary Cori, 8-Klässlerin: „Ich weiß, dass ich manchmal nicht gut in der Schule bin. Hier. Weil es ist anders. Ich war so gut in der Schule, weil ich meine eigene Sprache konnte, hier nicht. So dann muss ich arbeiten.“
Nicht jeder ist so ehrgeizig wie Hillary. Und nicht in jedem Elternhaus hat Schule einen hohen Stellenwert.
Zehn Kinder besuchen den einwöchigen Feriensprachkurs an der Georg-Forster Gesamtschule in Wörrstadt. Nur ein Bruchteil derer, die ihre Deutschkenntnisse verbessern müssten, um in der Schule mitzukommen.
Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig sind die Feriensprachkurse trotzdem mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Stefanie Hubig, SPD, Bildungsministerin RLP: „Es ist für jedes einzelne Kind wichtig, Deutsch zu lernen und Deutsch zu können. Und jedes Kind, das hier ist, ist eines, das es dann lernt und das auch ein Multiplikator sein kann für andere Kinder, ein Vorbild in der Klasse für die Kinder, die es noch nicht so gut können und die dann eben beim nächsten Mal sagen, wir wollen auch in einen Sprachkurs, damit wir eben auch in den Ferien lernen können.“
An der benachbarten Erich-Kästner Realschule Plus unterrichtet Ingeborg Jacobs ukrainische Schüler. Seit sie vor über 30 Jahren in Russland gelebt hat, spricht sie die Sprache und hat dort nach wie vor Freunde.
Ingeborg Jacobs, unterrichtet Deutsch: „Und das einzige, was ich gegen diesen Krieg tun kann oder um den Menschen, die darunter leiden zu helfen, das ist denen unsere Sprache beibringen.“
Das größte Problem für die Schulen: Nichts ist planbar. Denn alle paar Wochen kommen neue geflüchtete Kinder an, ohne jegliche Deutschkenntnisse. Wie wird man der ganzen Klasse gerecht?
Ingeborg Jacobs, unterrichtet Deutsch: „Das ist manchmal fast nicht zu machen, weil man denjenigen, die schon weiter sind, nicht gerecht wird, den anderen aber auch nicht. Und ich habe das jetzt so für mich gelöst, dass ich teilweise Einzelunterricht mache.“
Ingeborg Jacobs opfert dafür viel Freizeit. Den meisten Schulen aber fehlt Personal. Bildungsministerin Hubig sagt, sie arbeite daran, möglichst viele Sprachlehrer zu bekommen, aber:
Stefanie Hubig, SPD, Bildungsministerin RLP: „Im Moment, das wissen wir alle, gibt es überall Fachkräftemangel. Aber wir haben trotzdem unsere Schulen gut ausgestattet.“
Zudem gebe es viele freiwillige Angebote wie die Feriensprachkurse. In Oster-, Pfingst- und Sommerferien haben daran in diesem Jahr landesweit bisher gut 6.500 Schüler teilgenommen.
Die Kinder zu erreichen, die weniger engagiert sind Hillary, wird eine Herausforderung bleiben.









