Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Druck im Tarifkonflikt – Streiks im Einzelhandel

Juni 30, 2023

Sie bedienen uns an der Frischetheke im Supermarkt oder beraten uns im Möbelhaus – Beschäftigte im Einzelhandel. Insgesamt sind es rund 400.000 Menschen in Rheinland-Pfalz und Hessen. Ganz viele von ihnen sind frustriert. Zu viel Arbeit für zu wenig Geld – sagen sie. Deshalb sind sie heute wieder auf die Straße gegangen.
Ohne uns ? Kein Geschäft! Ohne uns? Kein Geschäft! Der Handel handelt – mit Arbeitsniederlegungen und Aktionen, wie hier heute in Frankfurt. Mehrere hunderte Beschäftigte aus dem Einzelhandel demonstrieren – vor allem für eine Sache.
Marvin Andrew Bagsby, Betriebsrat Primark: „Für eine ordentliche Lohnerhöhung für unsere Kollegen, für das, was sie auf der Arbeit leisten. Die Arbeit wird immer mehr, wir werden immer weniger.“
Susanne Elsässer, Verkäuferin Galeria: „Weil wir alle, ich spreche jetzt für alle, mehr Geld haben müssen. Es reicht hinten und vorne nicht mehr.“
Margaretha Becker, Verkäuferin Galeria: „Du musst halt mehr schauen, wenn du einkaufen gehst, zum Beispiel sogar bei Lebensmittel schaust du ja, wie die Preise, du vergleichst, du bist halt sparsamer.“
Sparen beim Essen – durch die aktuell hohen Kosten sei das oft notwendig. Viele Beschäftigte aus der Branche – meistens Frauen – arbeiten außerdem in Teilzeit und haben dadurch noch weniger Einkommen zur Verfügung.
Marcel Schäuble, Fachbereichsleiter Handel Verdi Hessen:“ Wir streiken heute, um Druck in die laufenden Tarif-Verhandlungen zu bekommen. Wir haben die Situation, dass die Arbeitgeber seit zwei Monaten ihr Angebot nicht verbessert haben. Die Angebotslage der Arbeitgeber ist so, dass sie im ersten Jahr 3 % bieten. Das sind für die rund 70% Teilzeit-Beschäftigten im Einzelhandel vielleicht 20 Euro netto, das ist deutlich zu wenig.“
Die Arbeitgeberseite hat unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn angeboten, gestreckt auf zwei Jahre. Verdi fordert mit 2,5 Euro mehr pro Arbeitsstunde rund 14 Prozent in diesem Jahr. Angesichts der Inflation sei das angemessen. Der Handelsverband Hessen warnt: Viele Unternehmen wie Galeria stehen wirtschaftlich schlecht da und müssten Filialen schließen – hohe Löhne und hohe Energiekosten könnten sie überfordern.
Sven Rohde, Geschäftsführer Handelsverband Hessen:“ Wir kommen aus zwei drei Jahren Corona, herausfordernde aktuelle Zeiten, wirtschaftliche Zeiten und aus diesem Grund müssen wir die Lohnverhandlung mit beiden Seiten gemeinsam zu einer Lösung bringen.“
Arbeitnehmer und Arbeitgeber wollen am 11. Juli weiterverhandeln.
[/et_pb_text][/et_pb_column][/et_pb_row][/et_pb_section]