Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Erdölförderung im hessischen Ried

Juni 21, 2023

Das Land Hessen will mit der Energiewende weg von fossilen Brennstoffen – erst mal ist man aber noch viele Jahre und womöglich Jahrzehnte darauf angewiesen. Das weiß die Politik auch. Und daher wird derzeit im hessischen Ried nach schwarzem Gold gesucht – nach Erdöl. Für die Region an sich nichts Neues: Schon seit den 50er Jahren wird hier Erdöl gepumpt. Aber neue Bohrungen sollen jetzt zeigen, ob noch mehr Erdöl unter der Erde liegt, als bisher gedacht.
Dieser Bohrer soll sich 1.700 Meter tief durch die Erde fräsen, um dann – bestenfalls – auf Erdöl zu stoßen. Vier Wochen Zeit hat er dafür. Die Nachfrage nach Erdöl ist hoch: In Deutschland werden pro Jahr 85 Millionen Tonnen an Erdöl gebraucht – davon werden 70 Millionen Tonnen verbrannt, z.B. zum Heizen:
Peter Appel, Geschäftsführer Rhein Petroleum GmbH
„Aber wir haben verbleibende 15 Millionen Tonnen pro Jahr, die wir heute brauchen für Produkte des alltäglichen Lebens. Zum Beispiel für Medikamente, Pflegeprodukte, für Textilien, für Isolierstoffe in der Bauindustrie.“
Oder auch für Smartphones oder Kugelschreiber. Dafür wird qualitativ hochwertiges Erdöl gebraucht. Genau solches gibt es unter der Erde in Riedstadt. Deswegen wird hier seit 2015 bereits Erdöl aus den Erdunterschichten gepumpt – jede Woche rund 100.000 Liter. Die neue Bohrung soll zeigen, ob sich eine neue Erdölförderstelle lohnt – neben der schon bestehenden.
Peter Appel, Geschäftsführer Rhein Petroleum GmbH
„Lokal produzierter Rohstoff ist natürlich CO2-technisch gesehen deutlich effizienter als Rohöl aus Übersee, den wir mit Tankern über das halbe Weltmeer schippern müssen. Wir fahren unser Öl in die Raffinerie nach Karlsruhe, das sind 100 Kilometer. Also unser CO2-Footprint ist deutlich besser als der von anderen Lieferanten.“
Rund um die Uhr betreut die Firma Rhein Petroleum die Bohrung – in zwei Schichten. Der Bürgermeister von Riedstadt freut sich über die Anstrengungen, bleibt aber auch realistisch:
Marcus Kretschmann (CDU), Bürgermeister Riedstadt
„Es sind hier nicht die Mengen, wo wir dann sagen könnten, hier sprudelt das Öl und das ist ein riesengroßer Wirtschaftsfaktor für die Stadt Riedstadt. Ich glaube, hier geht’s mehr, um den ideellen Wert. Erst mal nur der Gedanke, dass wir in Riedstadt, dass hier die Region, dazu beitragen kann, Öle zur Verfügung zu haben, zu fördern, die wir nicht irgendwo anders beiziehen müssen.“
Ob hier schon bald mehr Erdölpmpen stehen, wird sich frühestens in vier Wochen zeigen,wenn der Bohrer tatsächlich auf neues schwarzes Gold treffen sollte.
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