Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

20 Jahre „Luftfahrt ohne Grenzen“

Juni 15, 2023

Es ist eine Zahl die erschreckend ist. Letztes Jahr waren laut UNO 274 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 2018 waren es noch halb so viele. Umso wichtiger ist daher die Hilfe für diese Menschen. Und Luftfahrt ohne Grenzen aus Hessen tut genau das. Helfen. Und das jetzt seit genau 20 Jahren.
 
Ukraine Februar 2022. Nach dem Ausbruch des Kriegs fliehen Millionen Menschen Richtung Westen. Andere verharren zu Hause, abgeschnitten von Trinkwasser und Medizin. Kurz darauf schickt Luftfahrt ohne Grenzen, mehrere LKW mit Hilfsgütern in die Ukraine. Schnell und unkompliziert. Bis heute sind es schon 77 Ladungen mit Trinkwasser und Hygieneprodukten. Nur ein Beispiel für die vielen ehrenamtlichen Einsätze der Hilfsorganisation in den letzten 20 Jahren.
Frank Franke, Präsident Luftfahrt ohne Grenzen: Es ist einmal der Wunsch natürlich zu helfen. Wir sehen ja die Schicksale dieser Leute. Und mit diesem Wunsch zu helfen auch irgendwie weiter tätig zu werden, das treibt uns an. Und auch das Gefühl hinterher etwas gemacht zu haben. Hier ist etwas gelungen, die Schraube ist ein kleines bisschen zum positiven gedreht worden. Das allein ist schon so ein gutes Gefühl, dass man es schon macht.
7000 Tonnen Hilfsgüter hat die Organisation in über 30 Länder gebracht. Per Flugzeug, Schiff oder LKW. Alles begann mit der Idee Kinder für Operationen nach Deutschland zu fliegen. Zum Beispiel für den rheinland-pfälzischen Chirurgen Andre Borsche aus Bad Kreuznach. Erst mit der Zeit entwickelt sich Luftfahrt ohne Grenzen zu einer Organisation für Katastrophenhilfe. In Zusammenarbeit mit Unternehmen bringen sie Güter in den Irak, die Türkei, Haiti und Japan.  Bei den vielen Krisen aktuell, sieht Mitgründer und Astronaut Ulf Merbold noch viel Arbeit vor sich.
Ulf Merbold, Mitgründer Luftfahrt ohne Grenzen: Wir sollten uns nicht auf die Bank setzten und sagen, jetzt sind wir aber stolz auf 20 Jahre, sondern es ist besser die nächsten 20 Jahre in den Blick zu nehmen und dafür  zu sorgen, dass das was bisher gelungen ist, in der Zukunft weiter geht möglicherweise sogar noch verbessert weiter geht.
Denn durch den Klimawandel könnte bald noch mehr humanitäre Hilfe gebraucht werden, so Merbold. Auch in der unmittelbaren Nähe. Die Flutkatastrophe im Ahrtal sei der beste Beweis dafür. So schickte die Hilfsorganisation zwei Tage nach der Flutnacht Trinkwasser in die Region. 17 weitere LKW Ladungen folgen mit Generatoren, Schaufeln und Babynahrung. Vor allem die Schnelligkeit der Organisation schätzt Dirk Schwarz, der die Hilfe für Sinzig mit Koordiniert hat.
Dirk „Blacky“ Schwarz, Feuerwehr Sinzig: Sie müssen sich vorstellen im ersten Augenblick war ja überhaupt keiner, wir haben ja Vorgesetzte, auch bei der Feuerwehr, aber wir konnten ja gar keinen fragen. Weil jeder auch teilweise privat involviert war, also ging nur handeln. Das war einfach wie, wie soll ich sagen, wie Weihnachten. Ein Traum, es kam jemand der machte nur so, wie eine kleine Fee und man hatte die Sachen zwei drei Wochen später.
Diese Erfahrung kann die Organisation jetzt nutzen. In ein paar Tagen soll ein weiterer LKW Richtung Ukraine fahren. Beladen mit Pumpen für das Überschwemmungsgebiet des zerstörten Staudamms. Um Menschen, die es am nötigsten brauchen, zu helfen.
[/et_pb_text][/et_pb_column][/et_pb_row][/et_pb_section]