Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Tourismus in Rheinland-Pfalz im Aufwind

Mai 30, 2023

Heute haben in Rheinland-Pfalz die Pfingstferien begonnen. Bei dem aktuell wunderbaren Wetter nutzen viele diese zwei Wochen, um mal ordentlich Urlaub zu machen. Auch in Rheinland-Pfalz. Und so boomt aktuell der Tourismus im Land. Aber nicht die ganze Branche ist zufrieden.
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Es ist Frühling auf den Campingplätzen in Rheinland-Pfalz. Doch nicht überall verbreiten sich auch Frühlingsgefühle. Trotz der Ferien sind hier in Fachbach relativ wenige Plätze belegt. Im Vergleich zum vergangenes Jahr kommen ein Viertel weniger Camper zu Besuch. Nun versucht Betreiber Oliver Schupp mit neuen Camping-Iglus mehr Kunden anzulocken.
Oliver Schupp, Betreiber Camping- und Beachclub Fachbach: Das liegt am Wetter. Camping ist halt nun mal irgendwo ein bisschen Wetterabhängig. Die harten Camper, den ist es egal aber es gibt halt auch viele Camper, die neue Camper sind, coronabedingt zu Campern wurden. Die sind halt noch nicht so weit, dass sie jedes Wetter mitnehmen. Und insofern müssen wir sagen ist es dieses Jahr schlechter als letztes Jahr.
Trotz der Flaute bei den Campingplätzen steigen die Touristenzahlen in Rheinland-Pfalz. Laut Statistischem Landesamt kamen in den ersten drei Monaten 1,2 Millionen Gäste. 38 Prozent mehr als im ersten Quartal letzten Jahres. Die Zahl der Übernachtungen steigt um 25 Prozent auf drei Millionen. Jedoch war das vergangene Jahr noch von den Corona-Schutzmaßnahmen geprägt.
Doch der Fachkräftemangel und die Inflation machen der Tourismusbranche zu schaffen. Das merkt man auch auf dem Campingplatz. Im Restaurant mussten die Betreiber die Preise erhöhen – auch die Suche nach neuem Personal für die Saison war schwierig.
Oliver Schupp, Betreiber Camping- und Beachclub Fachbach: Wir haben bis vor vier fünf Wochen gar nicht gewusst, wie wir eigentlich diesen Sommer mit dem Personal was uns zur Verfügung stand schaffen. Mittlerweile hat sich aber so viel ergeben und wir haben jetzt ein gutes, wir haben sowieso ein gutes Team. Aber die, die jetzt neu dazu gekommen sind haben sich nahtlos eingefügt.
So ist Oliver Schupp optimistisch, dass es noch eine gute Saison wird. Und auf den Campingplätzen nicht nur der Frühling, sondern auch die Frühlingsgefühle aufkommen.
Studiotalk:
Eva Dieterle, Moderatorin: „Ja über Frühlingsgefühle in der Tourismusbranche spreche ich jetzt live mit dem Präsidenten der DEHOGA in Rheinland Pfalz mit Gereon Hoffmann. Schön, dass Sie hier sind. Guten Abend.
Gereon Haumann, Präsident DEHOGA Rheinland-Pfalz: „Schönen Abend.“
Dieterle: „Ja, wir haben es gerade gehört. Insgesamt gute Nachrichten. Ist denn das Vor Corona Niveau schon wieder erreicht ?“
Haumann: „Nein, das haben wir noch nicht erreicht. Aber wir sind auf einem sehr guten Wege, dass wir in 2023 am Ende des Jahres sagen können Wir haben das Jahr 2019 nicht nur eingestellt, sondern ich bin optimistisch, dass wir ein Rekordjahr vor uns haben und 2023 das beste Jahr in der Geschichte des rheinland pfälzischen Tourismus wird.“
Dieterle: „Rekordinflation wegen der hohen Energiepreise, das ist etwas, was natürlich auch Ihre Branche umtreibt. Wo umtreibt, wo merken Sie das denn am meisten ?“
Haumann: „Das bemerken wir schon,.vor allen Dingen in den ersten drei Monaten des Jahres an einer sehr starken Konsumzurückhaltung. Das heißt, die Rheinland Pfälzer und unsere Gäste aus Deutschland haben sehr zurückhaltend konsumiert. Es wurde auf die Vorspeise verzichtet oder es wurde aus Dessert verzichtet, es wurde auf den Aperitif oder den DJ verzichtet. Auch manche Übernachtung wurde ins zweite Halbjahr verschoben. Aber jetzt merken wir mit dem schönen Wetter, dass die Leute raus wollen. Wir haben ein wunderbares Pfingstwochenende hinter uns. Insofern ist aller Grund zu Optimismus gegeben.
Dieterle: „Genau an Pfingsten hat man es gemerkt. Da sparen die Menschen nicht. Die Hotels und Gaststätten waren voll. Neben den gestiegenen Preisen gibt es aber auch noch eine weitere Herausforderung. Und das ist der Fachkräftemangel. Hat sich da was getan oder ist das Problem noch so groß, wie es die ganze Zeit schon ist ?“
Haumann: „Nein, wir haben das Problem deutlich abmildern können, weil wir ja die Bedingungen deutlich verbessert haben, sowohl von den Arbeitszeiten, aber auch von der Entgeltsituation. Wir haben einen historischen Tarifabschluss letztes Jahr hingelegt mit der NGG, unserem Tarifpartne,r und insofern ist die Entgeltsituation wesentlich besser. Wir hatten ja Pandemie bedingt 1/4 aller Mitarbeiter verloren an andere Branchen, an Gewinnerbranchen. Davon haben wir im letzten Jahr schon die Hälfte zurückgeholt, jetzt im März, April noch mal 1/4. Und ich bin optimistisch, wie auch der Bericht gezeigt hat, dass wir dann, wenn im Sommer wirklich die Nachfrage am größten ist, auch die Plätze alle wieder besetzt haben.“
Dieterle:  Das ist das, was sie auch selbst tun konnten, auch die Hoteliers, die Gastronomen. Was erwarten Sie diesbezüglich noch von der Politik ?“
Haumann: „Nun, von der Bundespolitik erwarten wir, dass die reduzierte Mehrwertsteuer auf Speisen unbedingt entfristet werden muss und dauerhaft bleiben muss, damit auch Menschen mit geringem Einkommen sich weiterhin den Restaurantbesuch erlauben können. Von der Landespolitik erwarten wir, dass hier mit einer Stimme über alle Parteigrenzen hinweg das Tolle, das Positive von Rheinland Pfalz herausgestellt wird, damit wir wirklich „Rheinland Pfalz Gold“ auch in der Wahrnehmung der Gäste sehen und gebucht werden. Und von der Kommunalpolitik erwarten wir: Finger weg von allen zusätzlichen Gebühren, sei es Bettensteuer oder Tourismusbeiträge oder Tourismusabgaben. Wir sind noch lange nicht über den Berg. Wir haben noch viel nachzuholen. Die Branche hat in der Pandemie sehr stark Federn lassen müssen. Deshalb muss sie jetzt entlastet werden von allen Steuern und Abgaben.
Dieterle: „Also es gibt noch viel zu tun. Es wird auf keinen Fall langweilig. Vielen Dank, dass Sie heute live zu diesem Thema bei uns waren !“
Haumann:  „Sehr gerne !“

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