Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Besserer Schutz für Geldautomaten

Apr. 25, 2023

„Und wieder ist heute Nacht ein Geldautomat gesprengt worden“ – diese Nachricht hört man in letzter Zeit recht häufig. In Rheinland-Pfalz und Hessen zusammen gab es im vergangenen Jahr rund 100 Fälle – so viele, wie nie zuvor. Um den Tätern das Handwerk zu legen, fordern Politiker bessere Schutzmaßnahmen, notfalls per Gesetz.
Es sind Bilder der Verwüstung, die die Geldautomatensprenger nach jeder Tat hinterlassen. Zerstörte Automaten und Gebäude, verängstigte Anwohner. In den meisten Fällen können die Täter eine Menge Geld erbeuten. Das muss aufhören, da sind sich alle einig. Deshalb rufen Politiker schon länger dazu auf, die Schutzmaßnahmen zu verbessern.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Da geht es um technische Möglichkeiten, da geht es um die Fragen, zu welchen Uhrzeiten Geldautomaten auch mit Geld bestückt werden und viele, viele andere Fragen. Da steuern wir unser Fachwissen bei. Dem gebe ich auch eine gewisse Zeit in der Umsetzung. Aber natürlich ist den Banken auch klar: Wenn es nicht zu nachhaltigen Erfolgen kommt, sprich: auch die technischen Voraussetzungen besser werden zum Schutz der Geldautomaten, dann wird es unausweichlich sein, dass wir uns auch für eine gesetzliche Regelung stark machen.“
So sieht es auch sein hessischer Amtskollege Peter Beuth.
Um die Taten zu verhindern, gibt es verschiedene Techniken. Häufig im Einsatz sind integrierte Farbkartuschen, die die Geldscheine bei einer Explosion einfärben und dadurch entwerten. Andere Banken setzen auf Vernebelungstechniken oder schließen nachts alle Zugänge zu ihren Geldautomaten. Solche Maßnahmen gesetzlich vorzuschreiben, sehen die Geldinstitute aber kritisch. Das Täterverhalten passe sich ständig den Schutzvorkehrungen an. Da mache es wenig Sinn, bestimmte Sicherheitsvorgaben in ein Gesetz zu gießen.
Thomas Hirsch, Präsident Sparkassenverband Rheinland-Pfalz
„Also da bin ich gespannt, wie eine entsprechende Regelung ausfällt. Sie wird aber am Ende die Situation nicht wesentlich verbessern, sondern die Verbesserung wird dann kommen, wenn wir im Schulterschluss Politik und Finanzwirtschaft diese Gegenmaßnahmen ergreifen.“
Und dazu gehöre eben nicht nur die Investition in Schutzmaßnahmen vonseiten der Banken. Auch die Sicherheitsbehörden müssten ihren Aufwand intensivieren.
So geschehen im Zuge der „Allianz Geldautomaten“ in Hessen. Vor knapp einem Jahr hat sich das Landeskriminalamt mit Geldinstituten zusammengetan, um die Zahl der Sprengungen einzudämmen. Mithilfe eines speziellen Analysetools ermittelt das LKA das Risiko für die einzelnen Automaten und empfiehlt entsprechende Präventionsmaßnahmen. 41 Banken haben im Rahmen der Allianz sicherheitstechnisch aufgerüstet.
Daniel Muth, Vizepräsident Landeskriminalamt Hessen
„Das ist schon ein großer Erfolg, würde ich sagen. Allerdings ist das ein permanenter Prozess der Weiterentwicklung und wir hoffen, dass sich noch zahlreiche Banken für Hessen anschließen, dass wir Geldautomatensprengern den Garaus machen können.“
Wenn das nicht in Kürze geschieht und die Zahl der Sprengungen signifikant sinkt, könnte es dennoch eine gesetzliche Lösung geben. Im Juni beraten die Innenminister der Länder darüber, damit solche Bilder bald der Vergangenheit angehören.
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