LKW-Fahrer streiken auf Raststätte
„Es ist ein Skandal, was in Gräfenhausen passiert“, so urteilt der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer. Mehr als 70 Lastwagenfahrer bestreiken auf der Raststätte nahe Darmstadt ihren polnischen Arbeitgeber. Sie klagen über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Lohnausfälle. Am langen Osterwochenende ist der Konflikt nun eskaliert.
Mehrere Dutzend Lastwagen, ein großes Polizeiaufgebot, gepanzerte Fahrzeuge und neunzehn Festnahmen – so lässt sich das, was am Karfreitag an der Raststätte Gräfenhausen West passiert ist, in wenigen Worten zusammenfassen. Der Inhaber der bestreikten polnischen Spedition ist gekommen, um seine Lastwagen zu holen – begleitet von dunkel gekleideten Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma. Die Polizei konnte eine gewaltsame Auseinandersetzung vermeiden.
Mittlerweile sind es rund siebzig Fahrer, größtenteils aus Georgien und Usbekistan, die hier seit mehr als zwei Wochen ausharren – und es werden jeden Tag mehr. Edwin Atema vom europäischen Gewerkschaftsbund der Transportarbeiter setzt sich schon länger mit den Problemen der Mitarbeiter dieser Spedition auseinander und kämpft für deren Rechte.
Edwin Atema, Europäische Transportarbeiter-Föderation
„Die Sache ist eigentlich ganz einfach. In Europa wird jetzt ganz viel gestreikt von Leuten, die mehr Geld wollen für die Inflation. Diese Fahrer verlangen nicht mehr Geld, sie verlangen überhaupt Geld, für das sie gearbeitet haben.“
Die Spedition sei mit vielen Tausend Euro Lohnzahlungen in Verzug, die Fahrer hätten teilweise seit Monaten ihre Familien nicht gesehen, die Arbeitsbedingungen seien menschenunwürdig. Kein Einzelfall, sagt Stefan Körzell, hessisches Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er selbst war am Wochenende vor Ort, um sich ein Bild über die Lage zu verschaffen und spricht für die vielen Gewerkschaften, die sich mit den Fahrern solidarisieren.
Stefan Körzell, Geschäftsführender Bundesvorstand Deutscher Gewerkschaftsbund
„Hier geht es um die dunkelsten Seiten des Arbeitsmarktes. Das passiert jeden Tag auf unseren Fernstraßen, auf unseren Bundesstraßen. Und unsere Aufgabe ist jetzt auf der politischen Ebene alles dafür zu tun, dass Gesetze so verändert werden, dass die Ausbeutung und die Sklavenarbeit im Speditionsgewerbe und hier vor allem aus dem Speditionsgewerbe, die auch aus dem Ausland kommen, auch beendet wird.“
Neben der politischen Auseinandersetzung gehe es jetzt darum, die Fahrer vor Ort zu unterstützen und mit Spenden in Form von Lebensmitteln und Hygieneartikeln auszuhelfen.
Edwin Atema, Europäische Transportarbeiter-Föderation
„Jeden Tag stoppen deutsche LKW-Fahrer. Die bringen Zigaretten, Essen… Die Solidarität ist so groß, weil jedermann im Güterkraftverkehr sieht: Es handelt sich nicht um sechzig Fahrer – das, was hier passiert, ist systematisch für die Industrie. Und die Industrie muss sich ändern. Und es wird sich ändern über den Kampf, den diese 60 machen.“
Und sie werden nicht aufhören bis sie das bekommen, was ihnen zustehe: Ihr Geld.
Die 19 Tatverdächtigen, die am Freitag festgenommen worden sind, sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt unter anderem wegen Bedrohung und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Bisher sind sie nicht wieder an der Raststätte aufgetaucht. Dafür sorgen regelmäßige Polizeistreifen und die große öffentliche Solidarität mit den betroffenen Fernfahrern.
Mehrere Dutzend Lastwagen, ein großes Polizeiaufgebot, gepanzerte Fahrzeuge und neunzehn Festnahmen – so lässt sich das, was am Karfreitag an der Raststätte Gräfenhausen West passiert ist, in wenigen Worten zusammenfassen. Der Inhaber der bestreikten polnischen Spedition ist gekommen, um seine Lastwagen zu holen – begleitet von dunkel gekleideten Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma. Die Polizei konnte eine gewaltsame Auseinandersetzung vermeiden.
Mittlerweile sind es rund siebzig Fahrer, größtenteils aus Georgien und Usbekistan, die hier seit mehr als zwei Wochen ausharren – und es werden jeden Tag mehr. Edwin Atema vom europäischen Gewerkschaftsbund der Transportarbeiter setzt sich schon länger mit den Problemen der Mitarbeiter dieser Spedition auseinander und kämpft für deren Rechte.
Edwin Atema, Europäische Transportarbeiter-Föderation
„Die Sache ist eigentlich ganz einfach. In Europa wird jetzt ganz viel gestreikt von Leuten, die mehr Geld wollen für die Inflation. Diese Fahrer verlangen nicht mehr Geld, sie verlangen überhaupt Geld, für das sie gearbeitet haben.“
Die Spedition sei mit vielen Tausend Euro Lohnzahlungen in Verzug, die Fahrer hätten teilweise seit Monaten ihre Familien nicht gesehen, die Arbeitsbedingungen seien menschenunwürdig. Kein Einzelfall, sagt Stefan Körzell, hessisches Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er selbst war am Wochenende vor Ort, um sich ein Bild über die Lage zu verschaffen und spricht für die vielen Gewerkschaften, die sich mit den Fahrern solidarisieren.
Stefan Körzell, Geschäftsführender Bundesvorstand Deutscher Gewerkschaftsbund
„Hier geht es um die dunkelsten Seiten des Arbeitsmarktes. Das passiert jeden Tag auf unseren Fernstraßen, auf unseren Bundesstraßen. Und unsere Aufgabe ist jetzt auf der politischen Ebene alles dafür zu tun, dass Gesetze so verändert werden, dass die Ausbeutung und die Sklavenarbeit im Speditionsgewerbe und hier vor allem aus dem Speditionsgewerbe, die auch aus dem Ausland kommen, auch beendet wird.“
Neben der politischen Auseinandersetzung gehe es jetzt darum, die Fahrer vor Ort zu unterstützen und mit Spenden in Form von Lebensmitteln und Hygieneartikeln auszuhelfen.
Edwin Atema, Europäische Transportarbeiter-Föderation
„Jeden Tag stoppen deutsche LKW-Fahrer. Die bringen Zigaretten, Essen… Die Solidarität ist so groß, weil jedermann im Güterkraftverkehr sieht: Es handelt sich nicht um sechzig Fahrer – das, was hier passiert, ist systematisch für die Industrie. Und die Industrie muss sich ändern. Und es wird sich ändern über den Kampf, den diese 60 machen.“
Und sie werden nicht aufhören bis sie das bekommen, was ihnen zustehe: Ihr Geld.
Die 19 Tatverdächtigen, die am Freitag festgenommen worden sind, sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt unter anderem wegen Bedrohung und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Bisher sind sie nicht wieder an der Raststätte aufgetaucht. Dafür sorgen regelmäßige Polizeistreifen und die große öffentliche Solidarität mit den betroffenen Fernfahrern.









