Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Warnstreik bei Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof

Apr. 12, 2023

Es sind schwierige Wochen für die Angestellten des insolventen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. Über ein Drittel der Filialen bundesweit wird dichtgemacht. Rund 4.000 Menschen verlieren ihren Job. Viele Mitarbeiter wehren sich gegen den Sanierungsplan des Unternehmens. In Rheinland-Pfalz und Hessen fanden heute Warnstreiks statt, so auch in Mainz.
Geschlossen hatte heute keine Galeria-Filiale in Rheinland-Pfalz und Hessen. Und doch war es für viele Angestellte kein normaler Arbeitstag. Wie hier in Mainz streikt ein Teil der Belegschaft und macht seinem Ärger über die geplanten Umstrukturierungen im Galeria-Konzern Luft.
Andreas Rausch, Angestellter Galeria Kaufhof Mainz
„Arbeite in der Herrenabteilung im zweiten OG seit 16 Jahren und finde es erbärmlich, wie mit uns umgesprungen wird im Moment. Und auch schon davor. Wir haben so viel gegeben und auf so viel verzichtet und es wird jetzt endlich mal Zeit, dass wir auch mal zurückschlagen und auch mal sagen, dass es so nicht mehr weitergeht.“
Martina Lauenroth, seit 39 Jahren im Konzern angestellt
„Es wurde viel gemacht für Mitarbeiter. Das lässt in den letzten Jahren jedes Jahr immer mehr und mehr nach. Leute werden abgebaut, es ist kein Service mehr für die Leute – die Kunden merken das, sind sauer. Das Management werkelt seit Jahren rum und es heißt immer ‚Chefsache‘ und ‚Jetzt aber, jetzt aber‘ und es passiert leider nichts.“
109 Beschäftigte arbeiten laut der Gewerkschaft ver.di in der Mainzer Filiale, längst nicht alle nehmen heute an der Protestkundgebung teil. Viele Mitarbeiter seien befristet angestellt, ihre Verträge würden nicht verlängert. Der Konzern habe den Mitarbeitern nach dem jüngsten Insolvenzantrag ein Angebot gemacht, das nicht akzeptabel sei.
Petra Kusenberg, ver.di Bezirk Mittelrhein
„Der Arbeitgeber schließt von vornherein die Rückkehr in den Einzelhandeltarifvertrag Rheinland-Pfalz aus. Der Arbeitgeber hat angekündigt, in den nächsten drei Jahren gibt es keine Lohnerhöhungen. Die Kolleginnen und Kollegen hier arbeiten ja schon seit Jahren zu abgesenktem Gehalt.“
Schon nach dem ersten Insolvenzantrag vor drei Jahren hätten die Angestellten auf bis zu 5.500 Euro jährlich verzichtet.
Vom Galeria-Konzern gibt es heute auch auf Nachfrage kein Statement zu den Streiks und den Protesten gegen den Sanierungskurs des Unternehmens.
Immerhin: Während in Hessen sieben Kaufhäuser schließen sollen, bleiben in Rheinland-Pfalz alle Standorte erhalten. Auch die Galeria-Filiale in Mainz bleibt also künftig geöffnet.
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