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Bundesbank-Geheimbunker in Cochem

März 29, 2023

Meterdicke Betonwände, gepanzerte Türen und eine Atmosphäre wie im Kalten Krieg – klingt jetzt erstmal nicht so einladend, aber der ehemalige Geheimbunker in Cochem an der Mosel ist wirklich eine Reise wert. Ab 1. April öffnet das neue Besucherzentrum. Wir haben vorab mal reingeschaut.
Eine Reise in die Zeit des Kalten Kriegs: In diesem ehemaligen Geheimbunker an der Mosel lagert die Bundesbank ab dem Jahr 1964 Bargeld. Streng geschützt, in einem Hochsicherheitstrakt, hinter gepanzerten Türen.
Antonia Mentel, Kunsthistorikerin: „Acht Tonnen ist die schwer und geht ganz leicht, sodass man sie mit einem Finger bewegen kann. Hier in unserem Tresor lagerten einst 15 Milliarden einer Ersatzserie zur Deutschen Mark.“
Die Bundesbank will sich damals gegen Gefahren von außen wappnen. Zum Beispiel, falls die Bevölkerung durch Viren oder Bakterien bedroht wird, die über Geldscheine verteilt werden.
Antonia Mentel, Kunsthistorikerin: „Davor wollte man sich schützen. Die größere Bedrohung war allerdings eine Falschgeldschwemme aus dem Bereich der Ostblockstaaten, der man begegnen wollte. Denn durch eine große Falschgeldschwemme wäre eine Hyperinflation und in der letzten Konsequenz eine Destabilisierung der Wirtschaft einhergegangen. Und das wollte man auf jeden Fall in der jungen Bundesrepublik vermeiden.“
Die Ersatzserie sieht auf der Vorderseite aus wie die Markscheine, mit denen die Menschen damals bezahlt haben. Die Rückseite jedoch ist anders, damit man die beiden Mark-Serien voneinander unterscheiden kann. Im Ernstfall plant die Bundesrepublik damals, innerhalb von 14 Tagen das gesamte im Umlauf befindliche Bargeld durch die neue Serie zu ersetzen. In diesem Schlafraum wären dann bis zu 70 Mitarbeiter der Bundesbank eingezogen und hätten die Ersatzwährung verteilt.
Der europaweit einmalige Bunker befindet sich mitten im Cochemer Wohngebiet und trotzdem wissen die Anwohner noch nicht lange von ihm. Selbst die heutigen Besitzer waren damals überrascht.
Petra Reuter, Inhaberin Dokumentationsstätte Bundesbankbunker: „Wir haben erst 2009 davon erfahren, mein Mann und ich. Waren den gucken und direkt von dem ganzen angetan. Von so nem Lost Place, was wir für ausbaufähig gehalten haben.“
2014 hat das Ehepaar das 9.000 Quadrameter große Bunker-Grundstück gekauft, den Bunker renoviert und restauriert. 40.000 Besucher haben ihn sich vergangenes Jahr angeschaut. Am 1. April eröffnet ein Glasbau – das neue Besucherzentrum.
Übrigens: Geld-Ersatzserien gibt es seit Ende der 1980er nicht mehr. Seitdem nämlich gelten Geldscheine als so sicher, dass aus Sicht der Banken eine Ersatzserie aufzubewahren das deutlich größere Risiko wäre.
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