Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Frau mit Schal erdrosselt

März 28, 2023

Sieben Jahre ist es her, dass in einem Trierer Mehrfamilienhaus bei Entrümplungsarbeiten auf einem Dachboden eine Frauenleiche gefunden wird. Die Frau ist zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre tot. Heute beginnt vor dem Trierer Landgericht – nach langer Zeit – der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.
In diesem Mehrfamilienhaus im Norden von Trier wurde die Leiche der 57-jährigen Frau gefunden. Auf dem Dachboden. Versteckt in einem Schlafsack. Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte Ralf F. das Opfer in der eigenen Wohnung von hinten mit einem Wollschal erdrosselt. Ebenfalls anwesend bei der Tat war die damalige Freundin von Ralf F. Zwischen den drei alkoholisierten Personen kam es wegen eines Stofftieres zu einem Streit, nach welchem der Angeklagte den Entschluss fasste, die Bekannte zu töten.
Fast genau elf Jahre nach der Tat muss sich Ralf F. wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten.
Robert Murmann, Reporter
„Ralf F. sitzt zurückgelehnt, entspannt in seinem Stuhl. Aufmerksam hört er den Polizisten zu, die heute als Zeugen die Umstände beschreiben, unter denen die schon schwarz mumifizierte Körper von Petra L. gefunden wurde. Zwischendurch wirft der Angeklagte immer wieder einen interessierten Blick in die Akten. Auch als Bilder des eingewickelten Leichnams gezeigt werden, verzieht er keine Miene. Vor Gericht hat man das Gefühl, Ralf F. hat nichts zu verlieren.“
Aktuell sitzt der Angeklagte bereits eine lebenslange Haftstrafe ab, nachdem er im April 2012 – einen Monat nach dem Tod der 57- jährigen Frau – in Rüsselsheim einen Obdachlosen mit einem Hammer getötet hatte. Bei dem heutigen Prozessauftakt wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten heimtückischen Mord vor.
Eric Samel, Staatsanwalt
„Heimtückisch begeht jemand ein Tötungsdelikt, wenn er die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers ausnutzt. Hier im vorliegenden Fall gehen wir davon aus, dass der Angriff von hinten erfolgte. Dass der Angeklagte sein Opfer von hinten mittels eines Schals erdrosselt hat und das Opfer sich zu diesem Zeitpunkt keines Angriffs gewahr wurde – also völlig überrascht wurde.“
Der Angeklagte schweigt heute zu den Vorwürfen. Weil er bereits zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, geht es in dem jetzigen Prozess darum ob Ralf F. anschließend in Sicherungsverwahrung kommt. Ein Urteil ist Mitte Mai zu erwarten.
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