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Beratungsstelle zieht erste Bilanz

Dez. 19, 2022

Hass und Hetze, Fake News, Cyber Mobbing. Die Gefahren im Netz sind groß, die Herausforderungen im Umgang mit sozialen Medien vielfältig. Um aufzuklären und gerade junge Menschen zu schützen, ist in Hessen zu Beginn des aktuellen Schuljahres die Beratungsstelle „Jugend und Medien“ an den Start gegangen. Heute wurde eine erste Bilanz gezogen.
Jasmin Kraft, Leiterin Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen
„Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen, Kraft, guten Tag. – Ihnen geht es um die Mediennutzungszeit? Okay. Haben Sie mit ihrem Kind da schon entsprechend was vereinbart?“
Ein typischer Eltern-Anruf in der Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen. Leiterin Jasmin Kraft versucht, in einer Erstberatung hilfreiche Tipps zu geben. 80 Anrufe haben sie und ihr Team in den ersten drei Monaten erhalten. Von Eltern, aber auch von Schülern und Lehrern.
Jasmin Kraft, Leiterin Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen
„Eine Lehrkraft hat das Thema Cybermobbing sehr umgetrieben. Es gab immer wieder Fälle im Klassen-Chat, wo Kinder entsprechend beleidigt wurden oder diffamiert wurden, Bilder hochgeladen wurden und Sie wollte wissen: Wie kann sie mit dem Thema umgehen? Worüber muss sie mit den Kindern im Unterricht sprechen? Auch präventiv vorzubeugen, damit das Kind oder andere Kinder nicht davon betroffen sein werden.“
Für Fälle wie diese bietet die Beratungsstelle Hilfe per Telefon und E-Mail. Antworten auf häufig gestellte Fragen und Links zu weiterführenden Angeboten rund um das Thema Mediennutzung finden sich online unter www.jum.hessen.de. Die Ziele: Aufklärung, Vernetzung mit Medienexperten und eine Stärkung der Medienkompetenz.
Kristina Sinemus, CDU, Digitalministerin Hessen
„Wie richte ich zum Beispiel meinen Social Media Account so ein, dass er möglicherweise eben vor Hass oder Cybermobbing geschützt ist? Wie kann ich Instagram nutzen oder eben auch nicht nutzen? Wie kann ich meine Kinder auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien vorbereiten?“
Denn gerade Kinder und Jugendliche werden im Netz immer öfter mit Hass, Beleidigungen, Falschmeldungen oder Lügen konfrontiert. Sie sollen besser geschützt werden und einen sicheren Umgang mit Medien erlernen. Doch bislang haben sich vor allem Eltern und Lehrer beraten lassen – die Nachfrage: überschaubar. Offenbar ist die Beratungsstelle im Land noch zu unbekannt.
Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen
„Und deswegen müssen wir noch eine ganze Reihe an Kommunikationskanälen finden und bedienen, um möglichst viele Menschen einfach darauf aufmerksam zu machen, dass es dieses neue Angebot gibt. Damit wir ein realistisches Bild davon bekommen, wie hoch der Bedarf wirklich ist, wie sehr dieses Angebot dann in Anspruch genommen wird, wenn es weitgehend bekannt ist.“
Telefonische Auskünfte bietet die Beratungsstelle „Jugend und Medien“ Hessen von Montag bis Freitag. Sie hofft nun auf mehr Zulauf in den nächsten Monaten. Denn angesichts der Zunahme von Hass und Hetze im Netz gibt es viel zu tun.