Fritz Bauer erhält postum Wilhelm-Leuschner-Medaille
Er galt als Nazi-Jäger: Fritz Bauer. Bekannt wurde Bauer nach dem Zweiten Weltkrieg als hessischer Generalstaatsanwalt. Beim Frankfurter Auschwitz-Prozess brachte er Nazi-Täter vor Gericht. Seine Hinweise trugen dazu bei, dass der NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann festgenommen werden konnte, der für den Tod von Millionen Menschen mitverantwortlich war. Heute wurde Fritz Bauer postum mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen.
Fritz Bauer. Ein unbequemer Zeitgenosse. Als hessischer Generalstaatsanwalt kämpfte er für Gerechtigkeit. Er wollte den Deutschen den Spiegel vorhalten nach Weltkrieg, Nazi-Diktatur und Holocaust.
Sybille Steinbacher, Direktorin Fritz-Bauer-Institut
„Ihm ging es darum, dass die gesamte deutsche Gesellschaft sich ihrer Verantwortung dafür bewusst werden müsse, dass diese Verbrechen überhaupt geschehen konnten. Und das war für ihn die Basis überhaupt der Demokratiefähigkeit der Deutschen, dass sie dieses Einsehen in ihre eigene Mitverantwortung hatten.“
Der Frankfurter Auschwitzprozess. Fritz Bauer bringt zwanzig ehemalige SS-Angehörige vor Gericht. Überlebende aus Auschwitz treten als Zeugen auf. Dargestellt vor einigen Jahren in einer Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt.
Fritz Bauer – der Begründer der „Vergangenheits-Bewältigung“ im Nachkriegsdeutschland.
Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen
„Ohne Fritz Bauer hätte es keinen Auschwitz-Prozess gegeben und ohne Auschwitz-Prozess wäre die Geschichte nicht so aufgearbeitet worden. Die Deutschen wollten vertuschen, verdrängen und verschweigen. Das hat Fritz Bauer nicht zugelassen, hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.“
Dafür musste Fritz Bauer gegen viele Widerstände ankämpfen. In den Behörden und Parlamenten saßen viele Ex-Nazis, die Bauer das Leben schwer machten.
Für seine Arbeit bekam er heute die Wilhelm-Leuschner-Medaille postum verliehen. Diese Medaille geht an Menschen, die sich für Demokratie und Gerechtigkeit eingesetzt haben.
Die heutige Verleihung fand an der Universität Frankfurt statt. Moderiert von „17:30 Sat.1 live“-Moderator Markus Appelmann.
Es waren auch zwei Großnichten von Fritz Bauer vor Ort. Sie nahmen die Medaille entgegen.
Marit Tiefenthal, Großnichte von Fritz Bauer
„Onkel Fritz, du bist ein Held. Ein Vorbild, der altmodischen Sorte. Ein hart arbeitender, anständiger Mensch. Und in einer Zeit, wo unsere Welt wieder in Unruhe geraten ist, hoffe ich, dass dein Vorbild den Leuten hilft, ihre Stärke zu finden. Und ihren inneren Kompass.“
Ein Credo ganz nach Fritz Bauer, denn er selbst bezeichnete die Zivilisation als eine sehr dünne Decke, die sehr schnell abblättert.
Eine Warnung, die in heutigen Kriegszeiten nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Fritz Bauer. Ein unbequemer Zeitgenosse. Als hessischer Generalstaatsanwalt kämpfte er für Gerechtigkeit. Er wollte den Deutschen den Spiegel vorhalten nach Weltkrieg, Nazi-Diktatur und Holocaust.
Sybille Steinbacher, Direktorin Fritz-Bauer-Institut
„Ihm ging es darum, dass die gesamte deutsche Gesellschaft sich ihrer Verantwortung dafür bewusst werden müsse, dass diese Verbrechen überhaupt geschehen konnten. Und das war für ihn die Basis überhaupt der Demokratiefähigkeit der Deutschen, dass sie dieses Einsehen in ihre eigene Mitverantwortung hatten.“
Der Frankfurter Auschwitzprozess. Fritz Bauer bringt zwanzig ehemalige SS-Angehörige vor Gericht. Überlebende aus Auschwitz treten als Zeugen auf. Dargestellt vor einigen Jahren in einer Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt.
Fritz Bauer – der Begründer der „Vergangenheits-Bewältigung“ im Nachkriegsdeutschland.
Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen
„Ohne Fritz Bauer hätte es keinen Auschwitz-Prozess gegeben und ohne Auschwitz-Prozess wäre die Geschichte nicht so aufgearbeitet worden. Die Deutschen wollten vertuschen, verdrängen und verschweigen. Das hat Fritz Bauer nicht zugelassen, hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.“
Dafür musste Fritz Bauer gegen viele Widerstände ankämpfen. In den Behörden und Parlamenten saßen viele Ex-Nazis, die Bauer das Leben schwer machten.
Für seine Arbeit bekam er heute die Wilhelm-Leuschner-Medaille postum verliehen. Diese Medaille geht an Menschen, die sich für Demokratie und Gerechtigkeit eingesetzt haben.
Die heutige Verleihung fand an der Universität Frankfurt statt. Moderiert von „17:30 Sat.1 live“-Moderator Markus Appelmann.
Es waren auch zwei Großnichten von Fritz Bauer vor Ort. Sie nahmen die Medaille entgegen.
Marit Tiefenthal, Großnichte von Fritz Bauer
„Onkel Fritz, du bist ein Held. Ein Vorbild, der altmodischen Sorte. Ein hart arbeitender, anständiger Mensch. Und in einer Zeit, wo unsere Welt wieder in Unruhe geraten ist, hoffe ich, dass dein Vorbild den Leuten hilft, ihre Stärke zu finden. Und ihren inneren Kompass.“
Ein Credo ganz nach Fritz Bauer, denn er selbst bezeichnete die Zivilisation als eine sehr dünne Decke, die sehr schnell abblättert.
Eine Warnung, die in heutigen Kriegszeiten nichts an Aktualität eingebüßt hat.









